Gemeindegebühren könnten ausgesetzt werden

Der Gemeindeverband denkt eine Aussetzung oder Stundung von Gemeindegebühren an. Präsident Schöpf und Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi stehen zur Quarantäne.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi und Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf wären für strengere Kontrollen durchaus zu haben.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Manfred Mitterwachauer und Marco Witting

Innsbruck –Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf (VP) war bereits unter Quaran­täne gestellt, als selbige über ganz Tirol gestülpt wurde. Schöpf ist Bürgermeister in Sölden. Die Kritik, auch in Sölden nach den ersten Corona­(verdachts)fällen zu spät gehandelt zu haben, konterte Schöpf gestern aufs Neue: „Wir müssen das Hier und Jetzt bewältigen.“ In der Re­trospektive stelle sich manche Lage anders dar als im Augenblick des Einsatzes: „Aus heutiger Sicht hätte man manches vielleicht früher tun können.“

Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf (ÖVP)
© thomas boehm

Gegenüber der TT betont Schöpf, hinter der Voll-Quarantäne für Tirol zu stehen. Dass man nun die Gemeinden nur mehr in bestimmten Fällen verlassen dürfe, daran müssten sich „viele sicherlich erst gewöhnen“. Die Herausforderung für alle 279 Bürgermeister sei es nun, auch jenen, die noch nicht einsichtig sind, den Ernst der Lage klarzumachen. Das Reitpferd in der Nachbargemeinde zu versorgen, sei kein triftiger Grund. Auch die Holzarbeit im Wald sei einzustellen, wie Schöpf dieser Tage selbst in Sölden Überzeugungsarbeit leisten musste. Er gibt seinen Amtskollegen den Tipp, „sehr konsequent zu sein“.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi
© Thomas Boehm / TT

Deutlich mehr Bewegungsfreiheit haben Bürger in Innsbruck, wenn es darum geht, sich um den Einkauf zu kümmern. Rein theoretisch kann ein Igler dazu ins O-Dorf fahren. Trotzdem denkt BM Georg Willi (Grüne) keine innerstädtischen Einschränkungen an. Die Maßnahmen seien „eine Verschärfung“ und notwendig. Zuletzt sei bei einigen Wanderrouten rund um Innsbruck „viel los“ gewesen. Trotzdem erkennt der Stadtchef, dass die Thematik in der Bevölkerung angekommen ist. Zudem ist für Willi auch das Maximum an Beschränkungen erreicht. „Jetzt können oder müssen wir nur noch nachziehen, wenn es um die Kontrollen geht.“ Eine ungewöhnliche Aussage für einen Grünen-Bürgermeister. Willi sagt: „Ich wünsche mir das nicht. Aber die Menschen müssen den Ernst der Lage erkennen.“

Auch Schöpf schüttelt über jene, die jetzt noch Skitouren gingen, den Kopf: „Dummheit ist unausrottbar.“ Nütze sonst nichts, müsse strenger gestraft werden. Nachdem den Studenten ein teilweise äußerst laxer Umgang mit den Beschränkungen vorgeworfen wurde, hat Innsbruck einen Koordinator beauftragt, sich um die Studentenheime zu kümmern. „Hier beginnt sich die Lage zu entspannen“, sagt Willi.

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Erleichterung auf finanziellem Gebiet kündigt Schöpf für die Bevölkerung an. In Absprache mit der Gemeindeabteilung im Land denken die Gemeinden offenbar an, Gemeindegebühren entweder in der Krisenzeit ganz auszusetzen bzw. auch Stundungen zuzulassen.


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