Zahlungsprobleme: Versicherer reagieren auf Corona

Wenn durch Folgen des Coronavirus finanzielle Engpässe entstehen, wollen Versicherungen individuell auf Probleme eingehen.

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Innsbruck, Wien – Auch Versicherungen reagieren auf mögliche Auswirkungen der Corona-Krise. Sollte jemand bei einer Versicherung in Zahlungsprobleme geraten, sei es möglich, Prämienzahlungen bei weiter aufrechtem Vertrag vorübergehend auszusetzen, einen Vertrag ruhend zu stellen oder die Prämien zu reduzieren.

Je nach Sparte und Anbieter gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die Uniqa etwa will bei Problemen die Situation direkt mit den Kunden besprechen. „Jede Versicherung ist handgestrickt“, erklärt Uniqa-­Sprecher Georg Bitschnau: „Wenn ein Kunde sich meldet, dann gibt es individuelle Vereinbarungen.“

Wie bei der Uniqa kann auch bei der Wiener Städtischen Versicherung etwa bei Lebensversicherungen zwischen verschiedenen Varianten gewählt werden: Stundung, Prämienpause, Prämienreduktion oder Prämienfreistellung.

Prämienpause bis zu einem Jahr

Bei einer Stundung kann die Zahlung für einige Monate ausgesetzt werden, der Vertrag läuft bei gleichem Versicherungsschutz weiter, danach werden die offenen Beträge nachgezahlt, erläutert­e die Wiener Städtische Versicherun­g. Eine Prämienpause kann für mehrere Monate bis zu einem Jahr vereinbart werden. Bei reduzierter Prämie werde aber auch der Versicherungsschutz herabgesetzt. Auch das sei möglich, heißt es von der Uniqa. Oder eine Prämienfreistellung werd­e als Dauerlösung fixiert, die Leistungen sinken demgemäß, die Zahlungen können später aber wieder aufgenommen werden.

Besonders Augenmerk sollte in Zeiten von Home-Office auf die IT-Sicherheit gelegt werden. „Wer zahlt bei Schäden, wenn der Heimcomputer gehackt und z. B. wertvolle Daten abgesaugt wurden? Wer haftet bei leichtsinnig angeklickten Phishing-Mails? Das sind alles Fragen, die sich jeder Unternehmer stellen sollte“, erklärt Versicherungsmakler Benedikt Seipt von Seipt & Partner, mit mehr als 6000 Kunden einer der führenden Versicherungsmakler Österreichs. Schon durch ein unachtsam geöffnetes Mail-Attachment könne Schadsoftware ins System dringen, der Arbeitnehmer sei in diesem Fall etw­a durch das im Arbeitsrecht verankerte „Haftungs­privileg“ geschützt. Eine Cyber-Versicherung wird aber vom Experten empfohlen. (ver)


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