Kooperation: Verschüttete künftig noch schneller aus Lawinen bergen

Bergretter kämpfen meist unter widrigen Bedingungen um das Leben von Verunglückten. Zeit ist dabei ein kostbares Gut.

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Patrick Holzer, Angela Da Rolt, Simon Mair, Leano Viel, Robert Sartori und Nicola Perotto (v.l.) arbeiten gemeinsam an der Entwicklung neuer Bergehilfen.
© Micado

Oberlienz – Bergretter kämpfen meist unter widrigen Bedingungen um das Leben von Verunglückten. Zeit ist dabei ein kostbares Gut, ebenso wie die Sicherheit. Das Osttiroler Automatisierungs- und Entwicklungsunternehmen Micado kooperiert nun schon zum zweiten Mal mit der Gesellschaft Dolomiticert aus Longarne sowie dem Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol für ein gemeinsames Interreg-Projekt. Unter dem Titel „RESYST – Rettungsgeräte für Winteraktivitäten“ sollen Bergrettungseinsätze künftig noch effizienter ablaufen. „Zum einen entwickeln wir eine neue Verschüttetensonde“, erläutert Micado-Produktentwickler Simon Mair.

Das Gerät soll sich dank einer Dampfspitze durch Lawinenkegel einen Weg in bis zu zwölf Metern Tiefe bahnen. Der Dampfausstoß wird umschaltbar sein, sodass auch ein horizontaler Freiraum geschaffen werden kann. „Es gibt dazu bereits einen Prototypen“, weiß Mair. „Allerdings muss man bisher für einen Wechsel der Dampfrichtung die Sonde komplett herausziehen und den Kopf tauschen. Will man sich mithilfe einer Kamera in der Tiefe umsehen, muss auch jedes Mal das Bohrloch frei sein.“

Das neue System wird bereits eine Kamera und zusätzlich noch eine LVS-Antenne integriert haben (die Antenne dient zur Kontaktaufnahme zu Lawinenverschütteten-Geräten). Außerdem arbeiten die drei Projektpartner an einer praktikableren Lösung für Spaltenbergungen. Das Interreg-Projekt läuft seit Februar für zwei Jahre. Das Vorhaben hat einen Finanzrahmen von 200.000 Euro, wobei die Bergrettung die Hälfte davon bestreitet. (bcp)

Der Projektauftakt in Oberlienz.
© Micado

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