Regierung appelliert: „Der Ein-Meter-Abstand kann rettend sein“

Appell der Minister Anschober und Nehammer an die Bürger. Für Spitäler gibt es ein „Schutzkonzept“, Heimkehrer müssen in Quarantäne.

„Wir können diese Krisensituation gut bewältigen“, sagen Anschober und Nehammer.
© APA

Von Karin Leitner

Wien –„Ja, wir schaffen das“, sagt Rudolf Anschober. Mit einer Mischung aus Konsequenz, Engagement und „gewisser Ruhe“ sei die Corona-Krise zu bewältigen. Einmal mehr steht der Grünen-Gesundheitsminister – mit dem Abstand, den all­e Menschen halten sollten – neben ÖVP-Innenminister Karl Nehamme­r und erläutert den Stand der Dinge. Einmal mehr sagt er mit Verweis auf die Ausgangsbeschränkung: „Wir sehen, dass alle groß­artig mitmachen.“ Das sei auch „der einzige Weg, dass man italienisch­e, lombardische Verhältnisse vermeidet“.

Nehammer appelliert an jen­e, „die die Sonnenstrahlen genießen, Sport betreiben: All­e tragen Mitverantwortung, dass sich das Virus nicht ausbreitet.“ Und er fügt an: Sollte die Mindestdistanz von einem Meter nicht eingehalten werden, „wird die Polizei einschreiten, informieren – und bei Nichtbefolgen handeln“. Die Ein-Meter-Sicherheits­regel sei „nicht irgendeine, sondern die dringende Empfehlung der Gesundheits­experten, damit wir eine Chance haben, das Virus einzudämmen, damit ältere Menschen nicht sterben müssen“. Anschober sagt: „Der Ein-Meter-Grundabstand kann rettend sein. Das ist das wichtigste Grundprinzip.“

📽 Video | Appell der Regierung: "Abstand halten"

Spaziergängerregel

Das Gesundheitsressort stellt zur „Spaziergängerregel“ klar: Weiterhin darf mit dem Auto zum Ausgangspunkt gefahren werden, untersagt ist nach wie vor, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um derlei Freizeitaktivitäten nachzugehen. Das Verbot ist in der Verordnung zu den „Ausgangsbeschränkungen“ festgehalten.

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Aus einer anderen Verordnung aus Anschobers Haus geht hervor: Jene, die mit einem Flugzeug nach Österreich kommen, müssen sich zur 14-tägigen Quarantäne im eigenen Heim verpflichten – mittels Unterschrift. Das gilt seit gestern Mitternacht – und bis einschließlich 10. April.

Anschober lässt wissen, dass hierzulande bis dato 14.000 Tests gemacht worden sind. Die Zahl werde erhöht, vor allem beim Personal in den Spitälern und anderen Gesundheitsbereichen. Krankenhäuser zählen in der Corona-Krise zur wichtigsten Infrastruktur. Zutrittsbeschränkungen und Kontrollen gibt es bereits, es ist aber auch Gesundheitspersonal infiziert oder in Quarantäne. Und so sagt Anschober, dass es ein „Schutzkonzept“ für Spitäler geben werde. Zudem werden Schutzmasken, -ausrüstung und Desinfektionsmittel nun zentral organisiert; bisher waren die Bundesländer zuständig. „Wir haben das an uns gezogen, damit wir effizienter sein können.“ Und Anschobe­r sagt auch, dass zwei groß­e Beschaffungsprojekte mit der EU laufen; diese betreffen Coronavirus-Test­geräte und Schutzkleidung.


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