Schutz für den Handel: „Wir schauen, dass wir nicht ausfallen“

Am Montag gelten in Handelsbetrieben, die noch geöffnet haben, strenge Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Kunden.

Eine Apotheke in Innsbruck fordert die Kunden auf, nur noch einzeln einzutreten. Dadurch wird das Ansteckungsrisiko minimiert.
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Von Cornelia Ritzer

Wien – Supermärkte, Großhandel, Drogerien, Tierfachhandel und Apotheken – es sind nur wenige Geschäfte, die in der Coronavirus-Krise geöffnet haben dürfen. Besonders die Pharmazeuten sind eine Stütze im Gesundheitswesen. „Wir sind sehr gefordert“, schildert Matthias König, Präsident der Tiroler Apothekerkammer, die aktuelle Lage. Österreichweit gingen zuletzt statt 400.000 täglich bis zu 700.000 Menschen in die Apotheke.

Rund 130 Apotheken gibt es in Tirol, alle haben geöffnet und versorgen die Kunden. Damit das so bleibt, haben die Apotheker Schutzmaßnahmen ergriffen, berichtet König: „Wir schauen, dass wir nicht ausfallen, damit wir auch in den nächsten Wochen einsatzbereit sind.“

So dürfen vielerorts nur zwei bis drei Kunden gleichzeitig in die Apotheke, damit der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. In manchen Apotheken müssen Kunden vor der Tür auf ihre Bestellungen warten, einige setzen auf Plexiglas zwischen Kunden und Angestellten, das verhindert eine Tröpfcheninfektion. „Die Kunden sind geduldig“, beobachtet der Tiroler Apothekerpräsident, der eine Apotheke in Reutte führt. Manchmal gebe es Warteschlangen, doch das liege vor allem am geänderten Betriebsablauf. „Bis dato gibt es keine Engpässe“, ruft König die Tiroler auf, keine Medikamente zu „hamstern“.

Mit der Umsetzung neuer Schutzmaßnahmen sind Handelsbetriebe beschäftigt. Um Mitarbeiter und Kunden zu schützen, dürfen Lebensmittelhandel und Drogerieketten, aber auch der Großhandel nur noch bis 19 Uhr offen haben. Derzeit ist das Einkaufen grundsätzlich bis 21 Uhr möglich, wobei das in Tirol schon jetzt nur wenige nutzen. Die neuen Schutzmaßnahmen gelten ab Montag.

Besonders geschützt werden nun Schwangere, sie müssen nicht mehr arbeiten gehen. Beschäftigte mit Vorerkrankungen und Risikogruppen wie Ältere sollen keinen direkten Kundenkontakt mehr haben. Mitarbeiter an der Kasse werden durch Plexiglasscheiben geschützt, sie bekommen Masken und Arbeitshandschuhe. Bodenkennmarkierungen vor den Kassen sollen Abstand zwischen den Kunden sichern, diese sind außerdem angehalten, per Karte statt bar zu bezahlen.

Den Lebensmittelhandel halten derzeit viele zusätzliche Helfer am Laufen. 916 Soldaten und Zivilbedienstete des Bundesheers schleppen und schlichten in den Warenlagern und mehrere Instruktoren der ÖAMTC-Fahrtechnik unterstützen Spar bei Lieferungen in ganz Österreich.


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