Rehas bauen auch in Tirol um für neue Aufgaben

Wer dringend eine Reha braucht, wird diese auch weiterhin bekommen. Doch der Regelbetrieb ist bereits beendet.

Im Rehazentrum Münster werden unter anderem Patienten begleitet, die einen Schlaganfall hatten – auch weiterhin.
© Reha Münster

Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien, Innsbruck – In den Reha-Einrichtungen des Landes hat das große Umbauen schon begonnen. Am Freitagvormittag bekamen die betroffenen Betriebe über die Fachgruppenvertreter in der Wirtschaftskammer den eilig über Nacht ausgearbeiteten Verordnungstext über die von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) angekündigten Schließungen geschickt. Interpretationsspielraum lässt dieser nur wenig. Es wird klargestellt, dass nur noch Patienten in Rehabilitationsbetrieben aufgenommen werden dürfen, die „unbedingt notwendige medizinische Maßnahmen der Rehabilitation im Anschluss an die medizinische Akutbehandlung“ benötigen. Und auch die „Unterstützungsleistungen für Allgemeine Krankenanstalten“ werden erwähnt.

Für die konkrete Umsetzung entstanden vor dem Wochenende die ersten Pläne. „Es wird eine Koordinierungsstelle geben, die kategorisiert und nach medizinischen Kriterien entscheidet, welche Patienten wohin geschickt werden“, erklärte Alexandra Kofler gegenüber der TT. Die ärztliche Direktorin der Uniklinik Innsbruck ist in den Krisenstab des Landes entsandt. Die Umstrukturierung in den Rehas sei momentan noch im Aufbau, soll aber ab Montag einsatzfähig sein. Im Rehazentrum Münster (260 Betten) etwa werden zwei Isolations-Krankenstationen zu je 40 Betten für Covid-19-Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf bereitgestellt. In der Einrichtung im Unterland gibt es auch Lungenfachärzte, da das Haus gleich für fünf Indikationen zuständig ist, so der ärztliche Direktor Christian Brenneis. Die „normalen“, entlassungsfähigen Reha-Patienten wurden schon heimgeschickt. Das Rehazentrum Kitzbühel wiederum soll die Akutspitäler St. Johann und Kufstein entlasten. „Für die 24-Stunden-Pflege wird auch noch eine Lösung erarbeitet“, stellt Kofler in Aussicht.

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