Coronavirus - Wiener Schülerin in Neuseeland: „Bleibe hier“

„Es sind alle schon ein bisschen angespannt, aber im Moment geht‘s noch.“ Die 16-jährige Katharina Wurm klingt am Telefon locker und entspannt. Die Wiener Schülerin ist seit zwei Monaten in Neuseeland und besucht im Norden des Inselstaates für ein Semester die High School. Und sie möchte auch bleiben, weil sie sich hier sicherer fühlt, als es im Moment daheim in Wien der Fall wäre.

In dem geografisch isolierten Inselstaat im Südpazifik, der insgesamt etwas kleiner ist als Italien, aber weniger als fünf Millionen Einwohner zählt, gibt es bisher 28 bestätigte Fälle von Covid-19. Premierministerin Jacinda Ardern verkündete am Donnerstag einen Einreisestopp, lediglich die eigenen Bürger, Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz in ihren Ländern sowie deren enge Familienmitglieder dürfen noch einreisen.

Auch das ist ein Grund, warum Katharina nicht vorzeitig abreisen will. „Ich habe darüber nachgedacht, heimzufahren“, erzählt sie im Gespräch mit der APA, „aber ich bin nicht sicher, ob und wann ich dann wieder zurückkommen könnte. Auch meine Eltern meinen, dass es hier in Neuseeland momentan sicherer ist als in Österreich und es keinen Grund gibt, früher nach Hause zu kommen.“

Katharina lebt momentan bei einer Gastfamilie in dem kleinen Ort Kerikeri auf der nördlichen Hauptinsel Neuseelands. „Im Moment geht‘s noch, die Panik ist nicht sehr groß. Alle reden davon, dass die Schulen irgendwann geschlossen werden wie in Europa, aber es passiert halt noch nicht.“ Allerdings gibt es auch hier bereits erste Einschränkungen: „Alle möglichen Events in der nächsten Zeit wurden abgesagt, auch alle sportlichen Aktivitäten, die die Schule anbietet, alle Schulmeisterschaften und Turniere“, erzählt Katharina. „Das ist schon schlimm hier, weil man in Neuseeland großen Wert auf sportliche Betätigung legt. Nur: Es stört die Leute zwar, aber es macht sie nicht hysterisch.“

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So habe es auch schon seit einiger Zeit die Empfehlung für im Land Ankommende gegeben, sich für zwei Wochen privat zu isolieren, allerdings auf freiwilliger Basis, ohne Kontrolle. „Und es ist fraglich, ob das auch wirklich alle gemacht haben.“ Dazu trägt für die Neuseeländerin auf Zeit auch die Mentalität der Inselbewohner bei, die sich aufgrund ihrer ohnehin prinzipiell isolierten Lage nicht im selben Ausmaß gefährdet sehen wie die Menschen in anderen Teilen der Welt. Was sich allerdings auch ein bisschen ändert: „Manche hier machen sich Sorgen, weil es hier auf der Südhalbkugel ja langsam Winter wird“ erzählt Katharina. „Auch meine Gastmutter befürchtet, dass es bei uns jetzt erst beginnt, weil die Leute im Winter anfälliger für Krankheiten sind.“


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