Plasmaspenden bleiben extrem wichtig

Das Blutspende- und das Plasmaspendewesen muss auch in Epidemiezeiten funktionieren. Blutkonserven und aus den Blut- bzw. Plasmaspenden hergestellte Produkte werden weiterhin benötigt. Rund 180.000 Patienten sind in Österreich allein von Blutderivaten aus Plasmaspenden abhängig. Gerade rund um das neue Coronavirus wird die Bedeutung von Plasmaprodukten besonders klar.

Zum Beispiel sind Patienten mit angeborener Immunschwäche betroffen. In Österreich leben rund 80.000 Menschen mit diesem gesundheitlichen Problem. Könnte es hier zu Problemen mit dem Nachschub von Immunglobulinen-Präparaten (IgG) kommen, wäre das extrem gefährlich, weil die Betroffenen naturgemäß durch ihre Immunsuppression zu einer Hochrisikogruppe auch für SARS-CoV-2-Infektionen gehören.

Der Bedarf an Spenderplasma für die Herstellung der verschiedenen Blutprodukte ist enorm. Bei einem vererblichen Immundefekt benötigt ein Betroffener pro Jahr Immunglobuline aus rund 130 Plasmaspenden. Mehr als 1.200 Spenden sind notwendig, um den notwendigen Blutgerinnungsfaktor für einen Hämophilie A-Patienten herzustellen. Das muss über das Jahr durch ein entsprechendes Spenderaufkommen für das „Rohmaterial“ gesichert sein.

Mittlerweile hat man im Blut- und Plasmaspendewesen die Kriterien für Spender angepasst, um Risiken auszuschließen. So werden die potenziellen Spender derzeit noch zusätzlich auf ihre Gesundheit untersucht. Die Plasmaprodukte durchlaufen generell Inaktivierungsschritte, welche eine Belastung durch Krankheitserreger de facto ausschließen. Coronaviren können durch Plasmaprodukte nicht übertragen werden.

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Erhöhte Aufmerksamkeit wird derzeit bei den Unternehmen, welche solche Produkte herstellen, der eigenen Sicherheit gewidmet. Sie und ihr Personal sind Teil einer kritischen Infrastruktur, die auch in Zeiten einer Epidemie einfach funktionieren muss.


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