Snowboard-Cross-Weltcupsiegerin Moioli verlor Oma

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Die Freude über den Sieg im Gesamtweltcup der Snowboard-Crosserinnen hat für die Italienerin Michela Moioli nicht lange gedauert. Die 24-jährige Italienerin, die aus der von der Coronavirus-Pandemie schwer betroffenen Stadt Bergamo stammt, verlor wegen Covid-19 ihre Großmutter.

„Fünf Minuten lang hat die Abschiedszeremonie von meiner Großmutter gedauert. Und wir hatten noch Glück: Viele können sich von ihren verstorbenen Angehörigen nicht einmal verabschieden“, sagte Moioli im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“. Die Großmutter litt schon seit einigen Jahren an Alzheimer.

Auch ihr Großvater Antonio habe Covid-19. „Es geht ihm besser, auch wenn er immer noch künstlich beatmet wird. Er hat kein Fieber mehr, aber es ist noch zu früh, um seine Genesung zu feiern“, meinte die Snowboarderin.

Moioli hat eine Erklärung, warum ihre Heimatstadt so stark vom Virus betroffen ist. „Diese Gegend ist voll mit Unternehmen, die für die ganze Welt produzieren. In der Nähe befinden sich zwei große Flughäfen, Mailand Malpensa und Orio al Serio. Der Waren- und Personenverkehr ist höher als im Rest Norditaliens. Ich hatte jedoch nicht mit einer Epidemie in diesem Ausmaß gerechnet“, sagte die Sportlerin.

In Zeiten der Ausgangssperre trainiert Moioli zu Hause. „Ich habe eine kleine Turnhalle organisiert. Zu Hause haben wir Gelegenheit, mehr Zeit mit unseren Verwandten zu verbringen. Warum sollten wir uns beklagen?“, fragte die Snowboarderin.

In Bergamo wurden bisher 4.645 Personen infiziert. Die Gesamtzahl aller Todesfälle in den ersten zwei Wochen im März war um das Vierfache höher als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Die Zahl der Toten in Bergamo stieg auf über 580.

Auf dem städtischen Friedhof sind die Plätze für die Särge ausgegangen. Militär-LKW mussten diese zum Einäschern in Nachbarregionen bringen. Der Bürgermeister von Bergamo, Giorgio Gori, bat Italien um Unterstützung und sprach von einem „tragischen Moment“ für die Stadt.


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