Auch ohne Hamsterkäufe: Katzenstation im Oberland ist gut gerüstet

Im Pitztal hat Manuela Prantl von der Katzenstation Oberland bereits das Nötigste im Keller gebunkert. Ihre Schützlinge haben so für gut einen Monat ein Auskommen.

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Ein Selfie von Manuela Prantl beim Schmusen mit Putzi.
© Prantl

Von Thomas Parth

Wenns – Putzi ist die Grande Dame der Katzenstation Oberland. Ganz wie eine echte Diva ist sie altersmäßig stehen geblieben. „Die Putzi wurde hochträchtig und mehr tot als lebendig von Tierfreunden zu uns gebracht. Wie durch ein Wunder hat sie überlebt. Danach haben wir uns darauf geeinigt, dass sie einfach im Alter von 20 Jahren ihre Lebensuhr angehalten hat. Jetzt verlebt Putzi ihren Lebensabend bei uns“, schildert Manuela Prantl, die seit gut 20 Jahren die Katzenstation Oberland in Wenns im Pitztal betreibt.

Doch „Zeiten wie diese“ stellen selbst die geübte Katzenmama und ihr Team vor eine große Herausforderung. „Kürzlich habe ich einen echten Hamsterkauf für meine Katzen durchgeführt“, gesteht die Wennerin gerne: „Im Keller stapeln sich jetzt Katzenstreu und -futter sowie Waschmittel und weil ich so viele ,Senioren‘ bei mir habe notwendigerweise auch Medikamente.“ Momentan tummeln sich im speziell ausgebauten Keller 32 Stubentiger, während die Vorratskammer wohl sortiert ein Auskommen für mindestens einen Monat bietet.

Notfall Rome kann ganz entspannt sein, ausreichend Vorräte sind vorhanden.
© Prantl

Selbst in Zeiten der Quarantäne könne man sich vertrauensvoll an die Katzenstation Oberland oder an den Tierschutzverein Tirol wenden. „Mir ist wichtig, dass die Leute wissen, dass kein Notfall zurückgelassen wird“, unterstreicht Prantl. Auf diese Weise kam kürzlich bereits Romeo ins Pitztal. Für ihn und die restliche Katzenbande stellen Prantl und ihr Helfer Bruno aktuell eine Schleuse ins Freie fertig. „Damit die Tiere vom Haus ins überdachte Freigehege gelangen können, durchwandern sie einen der beiden Tunnel“, informiert Prantl. Zwei Kernbohrungen durchs Haus lassen den „stark erweiterten Familienkreis“ sicher ins Freie gelangen.

... wirklich ausreichend Vorräte.
© Prantl

Streng beobachtet und kontrolliert werden die Bauvorgänge von Mäx. „Der ist der Chef im Laden“, lacht Prantl: „Eigentlich heißt er Maxi, doch bei seiner Vorgeschichte ...“ Mäx lag bereits auf dem OP-Tisch, bereit zum Einschläfern, als ihn die optimistische Katzenliebhaberin zu sich nahm. Sein Herrl hatte dem Kater 18 Jahre lang kein liebevolles Zuhause geboten. Nach dem Tod seines Besitzers kam er dann völlig verwildert und aggressiv zu zwei älteren Damen, die er angefallen hat. „Als Mäx bei uns aus der Narkose aufgewacht ist, habe ich ein Stoßgebet an den Himmel gerichtet, dass er sich wieder beruhigt“, erinnert sich Prantl. Durch eine Bachblütentherapie und mit viel Liebe wurde Mäx schließlich zu einem echten Schmusekater. „Im ersten halben Jahr hatte er noch Rückfälle ins alte Muster, doch mittlerweile lässt er sich von Kindern und auch von Männern streicheln“, bereitet die Leiterin der Katzenstation auch ihm ein stressfreies und vor allem liebevolles Tierleben.

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Durch die Schleuse und den Tunnel (l.) können die 32 Katzen jederzeit geschützt ins Freigehege gelangen.
© Prantl

Kontakt/Info: Katzenstation Oberland 0664/8464560; Tierschutzverein 0512/581451.

Mäx kontrolliert Bruno Perktold, ob der auch ja alles richtig anschraubt.
© Prantl

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