WHO: Verdoppelung der weltweiten Corona-Fälle in zwölf Tagen

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die rasante Ausbreitung des Coronavirus am Freitag veranschaulicht. Es habe etwa drei Monate gedauert, bis die ersten 100.000 nachgewiesenen Fälle bekannt waren. Die zweiten 100.000 Fälle seien in zwölf Tagen erreicht worden. Viele Länder haben ihre Maßnahmen inzwischen verstärkt. Bayern verhängt als erstes deutsches Bundesland Ausgangsbeschränkungen

Wie sich die Zahlen angesichts der teils drastischen Bewegungseinschränkungen in vielen Staaten weiter entwickeln, sei schwer vorherzusagen. Die Johns Hopkins-Universität in den USA zeigte in ihren Tabellen am Freitag 245.000 nachgewiesene Fälle weltweit und mehr als 10.000 Tote.

Slowenien hat im Kampf gegen die Corona-Epidemie die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum eingeschränkt. Ab Mitternacht gilt ein Versammlungsverbot. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen verlassen, um zur Arbeit zu gehen, Besorgungen zu erledigen oder anderen Menschen zu helfen, beschloss die Regierung am Donnerstag. Erlaubt ist auch, in den Parks spazieren zu gehen. Israel hat auch eine weitgehende Ausgangssperre verhängt, die Notstandsverordnungen sollen zunächst für eine Woche gelten.

Italien hat China bei der Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus überholt. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Corona-Toten in Italien am Donnerstag auf 3.405. Damit ist Italien nun das Land mit den meisten Opfern weltweit, vor China mit nach Behördenangaben bisher 3.245. Bisher wurden rund 300 Kinder in Italien positiv auf den Erreger getestet. „Es gibt aber bisher keine Todesfälle und keine schweren Verläufe bei Kindern“, sagte Alberto Villani, Präsident des Kinderarztverbandes.

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Angesichts der weiterhin zunehmenden Zahl von Todesfällen hat der lombardische Präsident Attilio Fontana die Regierung in Rom zum Einsatz des Militärs zur Einhaltung der Ausgangssperre gefordert. Zugleich sprach er sich für die komplette Schließung aller Büros und Baustellen aus. Die Behörden achten streng darauf, dass die verhängte Ausgangsperre eingehalten wird: 1,2 Millionen Italiener wurden kontrolliert, 53.000 Personen wegen Verstößen gegen die Quarantäne-Vorschriften angezeigt. Bei den Kontrollen müssen sich die Polizisten die fantasievollsten Ausreden von jenen anhören, die sich ohne guten Grund auf der Straße aufhalten.

In Spanien gibt es mittlerweile bereits mehr als tausend Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie. 1.002 Infizierte seien bisher gestorben, sagte der Leiter des Zentrums für gesundheitliche Notfälle, Fernando Simon, am Freitag in Madrid. Die landesweite Zahl der Infizierten stieg demnach seit Donnerstag um 2.833 auf 19.980 Fälle. Die Regierung hat die vorläufige Schließung aller Hotels angeordnet. Im Zuge der am Wochenende verhängten Ausgangssperre müssen auch andere touristische Unterkünfte wie etwa Pensionen oder Campingplätze ihre Pforten schließen.

Der Iran hat 149 weitere Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie gemeldet. Die offizielle Bilanz stieg damit auf 1.433 Tote, wie Vize-Gesundheitsminister Aliresa Raissi am Freitag in Teheran mitteilte. Die Zahl der Infektionen sei binnen 24 Stunden um 1.237 auf 19.644 gestiegen. Die Regierung forderte die Bevölkerung auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte einzuschränken.

China meldete den zweiten Tag in Folge keine Ansteckungen im Inland. Allerdings gebe es 39 neue Infektionsfälle unter einreisenden Menschen, teilten die Gesundheitsbehörden mit.


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