Blutkonserven: Appell an Spender trotz voller Lager

Der Blutspendedienst ist dieser Tage bemüht, Spendenaktionen wie geplant durchzuführen, um Engpässe nach der Krise zu vermeiden.

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Symbolfoto.
© Rotes Kreuz

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Die gute Nachricht vorweg: Es gibt in Tirol derzeit keinen Engpass bei den Blutkonserven – trotz oder gerade wegen Corona. Denn dadurch, dass in den Krankenhäusern zahlreiche nicht dringend notwendige Operationen mittlerweile abgesagt wurden, um die Betten im Ernstfall mit Coronapatienten belegen zu können, ist der momentane Bedarf an Blutkonserven deutlich gesunken, wie Manfred Gaber, der organisatorische Leiter des Blutspendedienstes Tirol, erklärt. Damit die Lager aber weiterhin gut gefüllt bleiben und auch nach der Krise ausreichend Blutkonserven für den Normalbetrieb vorhanden sind, finden weiterhin regelmäßig Blutspendeaktionen statt. Das gesamte System neu hochzufahren, wenn die Bestände erst einmal aufgebraucht sind, wäre unverantwortlich, so Gaber.

„Die Bereitschaft zu helfen und Blut zu spenden war in den vergangenen Wochen sehr groß“, berichtet Gaber. Das sei auch deshalb gut und wichtig, weil Blutkonserven auch dann benötigt werden, wenn auf bestimmte Operationen verzichtet wird. „Verkehrsunfälle beispielsweise gibt es weiterhin. Auch onkologische Patienten müssen weiterhin versorgt werden“, betont Gaber. Allerdings hätten zahlreiche Gemeinden aufgrund der rechtlichen Unsicherheit im Bezug auf die Verkehrsbeschränkungen und die öffentlichen Veranstaltungen geplante Blutspendeaktionen abgesagt. Mittlerweile hat der Bund jedoch wie berichtet klargestellt, dass Blutspenden von Quarantäne-bedingten Einschränkungen ausgenommen ist.

„Wir freuen uns, dass wir den Blutspendedienst aufrechterhalten können. Wir bemühen uns, so viele Termine wie möglich wie geplant einzuhalten, weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass es trotzdem immer wieder zu Verschiebungen oder Absagen kommen kann“, sagt der ärztliche Leiter des Blutspendedienstes Tirol, Harald Schennach.

Wer Blut spendet, hilft nicht nur, Leben zu retten, sondern bekommt außerdem einen Laborbefund und eine Blutgruppenbestimmung. Die Blutkonserven selbst werden nicht auf Corona untersucht, weil eine Ansteckung auf diesem Weg nicht möglich ist. „Wir hatten aber schon Spender da, die sich gleich mittesten lassen wollten. Das machen wir aber nicht“, betont Gaber. Das Coronavirus wird über Tröpfcheninfektion weitergegeben.

Um daher eine Infektion auf diesem Weg zu verhindern, achte man bei den Blutspendeaktionen penibel auf den vorgeschriebenen 1-Meter-Abstand. „Am Eingang haben wir außerdem einen eigenen Mitarbeiter, der das Screening der Spender vornimmt“, sagt Gaber. Dieses umfasst eine Temperaturmessung sowie eine Befragung über den Gesundheitszustand und den Aufenthalt während der vergangenen Tage. Erst dann darf das Spendelokal betreten werden. „Es ist also viel sicherer, an einer Blutspendeaktion teilzunehmen, als zum Beispiel einkaufen zu gehen“, betont Gaber.

„Auch wenn zurzeit unsere Bestände dank der hohen Spendebereitschaft seitens der Bevölkerung gut ausreichen, wissen wir, dass wir schon in näherer Zukunft wieder frisches Blut brauchen. Wir bewerten unsere Situation täglich neu und bitten die Bevölkerung, sich aktiv zu informieren, ob wir ihr Bestes aktuell brauchen. Gemeinsam schaffen wir das“, sind sich Gaber und Schennach einig.

Spenderinnen und Spender können und sollen sich jederzeit auf den Webseiten www.blut.at oder www. gibdeinbestes.at oder auch telefonisch unter der Rufnummer 0800 190 190 informieren, ob eine Blutspendeaktion wie geplant stattfindet.


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