Corona-Dynamik größer als bei der Bankenkrise

Nach der Finanzkrise 2008 kam der unsichtbare Virus. Welche Parallelen und welche Unterschiede weisen diese beiden globalen Katastrophen auf?

Die Entwicklung der Finanzwirtschaft nach Corona, ein Blick in die Glaskugel.
© dpa

Berlin — Der Europa-Experte und Zeithistoriker Michael Gehler sieht Brüssel gefordert, den Weg hin zu einer Risikovergemeinschaftung einzuschlagen. Er warnt vor einem Rückzug ins nationale Schneckenhaus.

Die Corona-Krise traf von Anfang an die europäische Bevölkerung und die Realwirtschaft. Ist dies der große Unterschied zur Finanz- und Bankenkrise des Jahres 2008/2009?

Michael Gehler: Ja. Die Dynamik ist bei der Corona-Krise größer. Die Entwicklung verläuft rasanter. Die Politik musste schneller reagieren und Antworten liefern. Beispiel: Die schwarz-gelbe Koalition (2009—2013) in Deutschland hatte noch monatelang wegen Ausmaß und Zeitpunkt der Rettungspakete gezögert. Das ging jetzt nicht mehr. Sebastian Kurz und Angela Merkel mussten sich gleich rühren. Die Große Koalition in Deutschland ist jetzt zum Stabilitätsfaktor auch mit Blick auf Europa geworden. Nicht nur staatliche, sondern auch gesellschaftliche Solidarität sind gefragt.

Können trotzdem Parallelen herangezogen werden?

Kostenlos registrieren und weiterlesen

Dieser Exklusiv-Artikel ist nur für Nutzer verfügbar, die sich kostenlos auf tt.com registriert haben.

Jetzt kostenlos registrieren
Ich bin bereits registriert und möchte mich anmelden

Kommentieren


Schlagworte