Erstmals über 3000 Corona-Infizierte, Maßnahmen zeigen Wirkung

Die Zahl der positiv Getesteten steigt in Österreich weiter stark an. In Tirol waren es gestern 942, davon werden 96 im Spital behandelt, 13 auf der Intensivstation. Viele Zillertal-Urlauber meldeten sich nach Aufruf.

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Die Kurve bei den Neuinfektionen beginnt in Österreich abzuflachen, Entwarnung ist das aber noch keine. (Symbolfoto)
© Foto Rudy De Moor

Von Benedikt Mair

Innsbruck, Wien, Bozen, Schwaz – Eine Woche Ausgangsbeschränkungen scheint Wirkung zu zeigen, vermeldete gestern zumindest das Gesundheitsministerium in Wien. Zwar stieg die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages von 2814 auf 3244, was mit 430 Neuinfektionen der bisher größte Zuwachs in absoluten Zahlen ist. Gleichzeitig ist das Plus von 15 Prozent die geringste tägliche prozentuelle Zuwachsrate seit Beginn des Coronavirus-Ausbruchs. Der Durchschnitt der vergangenen sieben Tage ist mit 20,9 Prozent ebenfalls eher gering. Österreichweit gibt es bisher 16 Menschen, die aufgrund des Erregers starben.

Vom Bund wurden gestern für Tirol 644, vom Land 942 registrierte Erkrankte gemeldet, was einen Anstieg von 167 im Vergleich zu Samstagabend bedeutet. Der Unterschied ist mit einer anderen Zählart zu erklären: Während das Gesundheitsministerium in Wien ausschließlich jene nennt, die in Tirol gemeldet sind, erwähnen die hiesigen Behörden alle im Land positiv Getesteten. Die Bundesländer, die laut Bund nach Tirol die meisten Fälle aufweisen, sind Oberösterreich (628) und Niederösterreich (446).

Bislang wurden in Tirol 7020 Tests durchgeführt, bei 1561 steht das Ergebnis noch aus. Laut Auskunft der Landespressestelle werden derzeit 96 Infizierte in einem der Spitäler behandelt, 13 davon auf einer Intensivstation. Die im Land am stärksten betroffenen Bezirke sind Landeck mit 263 Infizierten, gefolgt von Innsbruck (163) und Innsbruck-Land (118).

Wie die Landespressestelle gestern mitteilte, ist ein Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Schwaz an dem Coronavirus erkrankt. Der Mann habe sich umgehend selbst isoliert, nachdem er auf die Erkrankung hindeutende Symptome bemerkt hatte. Ein positives Testergebnis liegt seit Samstagabend vor. Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen läuft, bei einigen von ihnen wurden bereits Abstriche genommen. Der Erkrankte, der im Einsatzstab tätig war, befindet sich in 14-tägiger Quarantäne. „Wir haben alle Mitarbeiter sowie Vertreter von Systempartnern sofort über diesen Fall informiert“, betont der Schwazer Bezirkshauptmann Michael Brandl.

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Aufruf an Zillertaler Gäste

Eine positive Bilanz zieht der Bezirkshauptmann, nachdem am Samstag ein Aufruf an Gäste mehrerer Zillertaler Hotels und Bars ergangen war. Wie berichtet, waren dort mehrere Corona-Fälle entdeckt worden. „140 Anrufe hatten wir diesbezüglich schon. Von Einheimischen, aber auch von vielen Gästen aus Deutschland“, sagt Brandl. Als eine steile Wachstumskurve bei den Infizierten bemerkt wurde, sei sofort gehandelt worden. „Wir haben hier von den Erfahrungen anderer Regionen gelernt.“ Ob und wie viele weitere Infektionen mit den Erkrankungen der Mitarbeiter und Besucher der Lokale und Beherbergungsbetriebe zusammenhängen, konnte Brandl gestern nicht sagen.

Stark gestiegen ist indes die Zahl der Corona-Todesopfer in Südtirol. 31 ausschließlich ältere Menschen sind dort, Stand Sonntagabend, an der Infektion gestorben. Das sind sieben mehr als noch am Samstag. 679 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet.

📽 Video | Gesundheitsminister Anschober zur Lage in Österreich


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