130 Tonnen Schutzmaterial aus China werden heute geliefert

Heute landen in Wien zwei Flieger mit dringend benötigtem Material – Masken und Ausrüstung.

Schutzmasken und -kleidung werden dringend benötigt. Heute soll die erste Lieferung in Wien eintreffen.
© AFP

Von Karin Leitner

Wien – Heute Nachmittag landen zwei Boeing 777 der AUA in Wien-Schwechat. Aus China kommen sie. Die Fracht ist eine wichtige. 130 Tonnen Schutzmaterial wird nach Österreich gebracht – Masken und Ausrüstung. Beides wird dringend gebraucht, vor allem für Ärzte in Spitälern und Ordinationen, detto für das Pflegepersonal. Das Bundesheer nimmt das Material entgegen. Vor allem nach Tirol und Südtirol soll geliefert werden; dort sind die Ressourcen besonders knapp.

Von Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres hatte es am Samstagabend wegen des Mangels einen Hilferuf gegeben. „Die Ärztekammer versucht seit acht Tagen, Schutzausrüstung für Gesundheitsberufe zu bekommen. Es klappt schlicht nicht, obwohl sogar der Bundeskanzler seine Hilfe zugesagt hat“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Es gebe zu wenige Masken etc. – „und wenn die Krankheit ihren Peak hat, reicht es gar nicht mehr aus“, befand Szekeres. „Teilweise werden sogar normale OP-Masken knapp. Dies betrifft den niedergelassenen Bereich und die Spitäler.“

Szekeres rief Kollegen dazu auf, Journalisten und Politiker in ihrem Bekanntenkreis zu „sensibilisieren – und das rasch. Es läuft die Zeit davon, da die USA in großem Stil auf dem Weltmarkt einkaufen. Und Schutzausrüstung wird demnächst weltweit nicht mehr erhältlich sein. Wir benötigen z. B. Millionen an Masken, da eine nur wenige Stunden Wirkung hat.“

Die Ärzte bat der Präsident, für den Fall, dass sie zu wenig Schutzausrüstung haben, das auf Facebook zu posten – und „dass sie ohne entsprechenden Schutz hochinfektiöse Patienten behandeln müssen. Es geht nicht nur um den Selbstschutz, sondern auch darum, dass man viele Patienten in kurzer Zeit ansteckt und damit die ganze Quarantäne konterkariert.“

Auch Grünen-Gesundheitsminister Rudolf Anschober las Szekeres’ Posting – und rief ihn an. Der Minister habe ihm zugesagt, alles zu tun, was möglich ist, um die notwendige Ausrüstung sicherzustellen, sagte Szekeres hernach. Es gelte, schnell auf dem Weltmarkt einzukaufen. „Ich gehe davon aus, dass das passiert. Ich bin zuversichtlich und hoffe, dass das bald umgesetzt wird“, konstatierte der Präsident. „Wir brauchen Millionen von Masken.“ Zur Lieferung von Schutzausrüstung aus China sagte Szekeres: Diese sei primär für Tirol vorgesehen. „Der Rest von Österreich sollte auch versorgt werden.“

Auch Vertreter der Pflegeberufe fordern mehr Schutzausrüstung. Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp, Barbara Teiber, sagt: „Beschäftigte in der Pflege, der Alten-, der Behinderten- und der Kinderbetreuung sind besonders gefährdet. Es braucht rasch ausreichend Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken, um diese Berufsgruppen zu schützen.“


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