LH Platter zu Oppositionskritik: „Ich muss jetzt nach vorne schauen“

Landeshauptmann Platter hofft, dass heute die ersten Tranchen Schutzmasken und -anzüge eintreffen. Mit Oppositionskritik will er sich derzeit nicht beschäftigen.

„Was die Kritik der Oppositionsparteien betrifft, habe ich jetzt keine Zeit, mich darum zu kümmern.“ Günther Platter
 (Landeshauptmann)
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Wegen der deutlichen Zunahme an Corona-Fällen am Wochenende in Tirol wird LH Günther Platter „nicht müde, an die Bevölkerung den dringenden Appell zu richten, sich an die Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen zu halten. Bei Zuwiderhandlungen darf es keine Toleranz mehr geben.“ Auch wenn derzeit noch kein Anlass dazu bestehe, so Platter im Gespräch mit der TT, bereite sich das Land Tirol auf noch schwierigere Zeiten vor. Aktuell würden 1300 Spitalsbetten zur Verfügung stehen, darüber hinaus könne das Land auf 1100 Betten in Hotels, Reha-Zentren und Kurzentren zurückgreifen. Platter: „Wir haben also ausreichend Kapazitäten. Die Solidarität gerade der Hoteliers ist herausragend.“

Im Laufe der Woche werde sich, wie berichtet, die Ausstattung der Ärzte mit Schutzmaterial nachhaltig verbessern. Platter rechnet heute mit dem Eintreffen der ersten Tranchen Schutzmasken und -anzüge. Danach gefragt, wie er mit der Kritik der Opposition an der Arbeit des seit Beginn der Krise in Permanenz tagenden Krisenstabs und an ihm selbst umgehe, antwortete der Landeshauptmann: „Ich habe jetzt keine Zeit, mich darum zu kümmern. Ich arbeite mit voller Kraft und Energie gemeinsam mit den Mitgliedern des Krisenstabs daran, die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu meistern. Ich muss in dieser Phase nach vorne schauen und unsere Entscheidungen mit Ruhe und Besonnenheit umsetzen.“

Die Dauer der verordneten Ausgangsbeschränkungen ließe sich derzeit nicht abschätzen, sagt Platter: „Wir sind hier mit den Experten in engem Kontakt. Die Frage ist, wann wir den Punkt erreichen, ab dem die Infektionen zurückgehen. Das ist bis jetzt noch nicht der Fall.“ Auch ein Blick nach Südtirol reiche aus, um zu sehen, dass eine Antwort auf diese Frage derzeit noch verfrüht sei. „In einer Woche oder in zehn Tagen werden wir weitersehen.“ Klar sei, dass die erwünschte Verflachung der Ausbreitung des Coronavirus gelänge, teilt Platter abschließend mit. „Sonst hätten wir ganz andere Probleme, wie das Beispiel der Lombardei zeigt.“

FPÖ-Chef Markus Abwerzger forderte am Sonntag, dass offenbar bestehende Versorgungsengpässe mit wichtigem medizinischen Gerät schnellstens beseitigt werden müssen. „Die Ärzte, insbesondere die niedergelassenen, müssen bestmöglich ausgerüstet sein.“ Zugleich erneuert er seine Kritik am Tiroler Krisenmanagement: Wenn man früher regiert hätte, dann hätte man sich sehr viele negative Schlagzeilen erspart. „Diese schaden mit all den Auswirkungen wie mögliche Gerichtsverfahren ganz Tirol nachhaltig.“

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Der Klubchef der Tiroler Volkspartei, Jakob Wolf, forderte Sonntag die Opposition auf, den Krisenstab im Landhaus endlich in Ruhe arbeiten zu lassen. „Es ist jetzt die Zeit, sich mit allen Mitteln gemeinsam gegen die Corona-Krise zu stemmen, und nicht die Zeit, ständig Kritik zu üben.“ Sämtliche Entscheidungen könne man nach Bewältigung dieser Ausnahmesituation in Ruhe analysieren und dann natürlich auch kritisch hinterfragen. Ein Teil der Tiroler Oppositionsparteien möge sich die Opposition im Bund zum Vorbild nehmen, empfiehlt der ÖVP-Klubchef. (mz, pn)


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