Wacker-Coach Grumser: „Fußball ist nur noch eine Nebensache“

Mit Blick auf die gegenwärtig wichtigen Dinge sieht Wacker-Trainer Thomas Grumser die Corona-bedingte Zwangspause realistisch.

Familie Grumser – Mama Melanie, Max, Noah und Papa Thomas – in der heimischen Quarantäne.
© grumser

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Normalerweise würde Thomas Grumser heute ab 10.30 Uhr in Amstetten auf der Trainerbank des FC Wacker sitzen, aber was ist schon normal in diesen Tagen? „Fußball, heißt es, ist die wichtigste Nebensache der Welt, aber zurzeit wirklich nur absolute Nebensache“, sieht der Wacker-Trainer die Corona-bedingte Ausnahmesituation so, wie sie ist: „Was zählt, ist einzig und allein die Gesundheit. Man muss sich bedingungslos an die strikten Vorgaben halten und den maßgeblichen Leuten vertrauen.“

Im „Home-Office“ beschäftigt sich Grumser auf dem Laptop mit kommenden Gegnern und blickt den europäischen Spitzenmannschaften auf die Beine. Außerdem gilt es, die beiden Buben, den zwölfjährigen Max und den siebenjährigen Noah, die es so wie der Papa gewohnt sind, viel Zeit im Freien zu verbringen, in den eigenen vier Wänden zu bändigen und zu beschäftigen. Das Training mit seinen schwarz-grünen Jungs ist vorerst eingestellt. „Die werden mit Heimprogrammen versorgt. Es gibt im Moment wichtigere Sachen. Außerdem geht es allen gleich“, zählt für den Wacker-Coach sowie bei den meisten Menschen im Land nur eines: „Dass der Spuk bald vorbei ist. Aber das wird nur gehen, wenn alle zusammenhalten. Wann das Leben wieder in normalen Bahnen verläuft, lässt sich nicht vorhersagen.“

Im Home-Office ist bei Wacker-Trainer Thomas Grumser via Laptop natürlich weiter Fußball angesagt.
© grumser

Also rückt die Familie Grumser in diesen Tagen im Eigenheim näher zusammen. So viel Zeit mit dem Papa hatten die beiden Jungs eh noch nie. In Anlehnung an die FCW-Fanaktion für Bergamo präsentierten sich Gattin Melanie und die beiden Buben gestern für das TT-Foto in Italien-Outfits. Bei allen Quarantänemaßnahmen in Tirol ist man sich sehr wohl bewusst, dass es sehr viele Menschen gibt, denen es noch viel schlechter geht.

So eingeengt, aber auch irgendwie völlig entschleunigt die Gegenwart ist, sehnt Grumser natürlich die gewohnte Fußball-Betriebsamkeit herbei. „Für uns ist diese Zwangspause bitter, weil wir einen sehr guten Lauf hatten. Jetzt hoffe ich, dass die Meisterschaft wenigstens noch ordnungsgemäß beendet werden kann.“


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