Erdbeben in Kroatien war stärkstes in 140 Jahren

In Zagreb, das am Sonntagfrüh von dem stärksten Erdbeben in den letzten 140 Jahren erschüttert wurde, haben die Behörden die Bewohner aufgefordert, vorerst nicht in ihre beschädigten Wohnungen zurückzukehren. Vor allem ältere Gebäude in der Innenstadt wurden stark beschädigt. Um die Trümmer von den Straßen zu beseitigen, wurde laut Medien auch die Armee eingesetzt.

Die Menschen wurden gleichzeitig aufgerufen, wegen der Corona-Epidemie Abstand zu einander zu halten. „Wir haben jetzt zwei Krisensituationen“, sagte der kroatische Premier Andrej Plenkovic. Laut dem Vorsitzenden des Zivilschutzstabs, Innenminister Davor Bozinovic, ist das Coronavirus nach wie vor eine größere Herausforderung als das Erdbeben.

Der kroatische Premier kündigte an, dass die Bauexperten umgehend damit beginnen werden, die betroffenen Gebäude auf ihre Sicherheit zu prüfen. Eine Bewertung der Situation sollte es am Nachmittag geben, hieß es.

Bei dem Erdbeben wurde ein 15-jähriges Mädchen schwer verletzt. Das Mädchen befindet sich in kritischem Zustand, hieß es aus dem Kinderspital, wo sie behandelt wird, berichtete die Nachrichtenagentur Hina. Zunächst hatte es geheißen, die Jugendliche sei gestorben.

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Medienberichten zufolge fielen durch das Erdbeben Ziegel und Rauchfänge von den Dächern, Fassaden bekamen Risse, Mauern stürzten ein und Trümmer beschädigten parkende Autos. Auch Spitäler wurden beschädigt, die Zagreber Geburtenklinik wurde evakuiert. Von der Kathedrale im Zentrum, dem Wahrzeichen der Stadt, fiel eine der beiden Turmspitzen aus mehr als 100 Metern Höhe zu Boden. Einige Teile der Stadt blieben ohne Strom.

Zwei mittelstarke Erdbeben in einer Abfolge von etwas mehr als einer halben Stunde haben Sonntagfrüh die kroatische Hauptstadt erschüttert. Das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) gab die Stärke des ersten Bebens um 6.24 Uhr mit 5,3, die des zweiten Bebens um 7.01 Uhr mit 5,0 an. Die Zentren der beiden Beben lagen sieben beziehungsweise zehn Kilometer nördlich von Zagreb. Seither gab es mehrere Nachbeben mit einer Stärke von 3 bis 3,7.


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