Unklare Situation: Ringen um Regeln für Baustellen

Nach Gipfeltreffen wurde Lösung für Baustellen angedeutet. Vorerst bleibt alles beim Alten.

Auf Baustellen ist es besonders schwierig, den nötigen Mindestabstand von einem Meter einzuhalten und Hygienemaßnahmen umzusetzen.
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Wien – Schon zu Beginn der Corona-Einschränkungen hatten Tirols Bau-Innungsmeister Anton Rieder und die Bau-Gewerkschaft eindringlich auf die unklare Situation am Bau aufmerksam gemacht. Weil Baustellen – im Gegensatz etwa zu Tourismusbetrieben – nicht behördlich gesperrt wurden, müssten viele Baufirmen weiterarbeiten, um Fertigstellungsfristen einzuhalten. Denn andernfalls drohen trotz Corona-Krise Pönalzahlungen seitens der Auftraggeber. Doch gerade auf Baustellen ist es schwierig, die Anti-Corona-Maßnahmen – einen Meter Abstand halten, desinfizieren – umzusetzen. Oft drängen sich viele unterschiedliche Firmen und Arbeiter auf engem Raum.

Nach dem gestrigen Gipfel zwischen der Bau-Gewerkschaft, Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (beide ÖVP) wurde eine baldige Lösung angedeutet, Einigung wurde noch keine verkündet. Die bisherigen Regelungen bleiben daher vorerst aufrecht, teilte die Gewerkschaft Bau-Holz gestern Abend nach dem Gipfeltreffen mit. „Um eine rasche gemeinsame Lösung nicht zu gefährden, wurde Stillschweigen vereinbart“, hieß es. Das Gespräch mit den Ministern sei konstruktiv verlaufen. Es seien weitere rasche Schritte vereinbart worden – welche das sind, blieb offen. Es geht aber in die Richtung, dass am Bau dort weitergearbeitet werden soll, wo die Gesundheit gewährleistet ist.

Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) verwies gestern darauf, dass die bisherigen Regelungen, wie der 1-Meter-Sicherheitsabstand, weiterhin aufrecht seien. Dieser müsse sowohl in Firmenbussen wie auf Baustellen und in Betrieben eingehalten werden. „Bis zur klaren Regelung appelliere ich, die gesundheitlichen Interessen der Beschäftigten vor die wirtschaftlichen Interessen zu stellen“, sagte GBH-Bundeschef Josef Muchitsch (SPÖ).

Rund 12.000 Bauarbeiter gibt laut Gewerkschaft in Tirol. Für knapp die Hälfte seien Lösungen gefunden worden, weil Betriebe Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Baukonzerne wie die Strabag oder die Porr haben von sich aus Baustellen stillgelegt. (mas)

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