Schwieriger Start für Grundkauf in Kössen

Das Ansinnen der Gemeinde, über den Bodenfonds eine Wiese von einem Mandatar kaufen zu lassen, sorgt in Kössen für Ärger.

In Kössen sucht man seit Jahren Gewerbegrund.
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Von Michael Mader

Kössen – In der Gemeinde Kössen soll ohne entsprechenden Bedarf eine riesige Fläche für Gewerbegrund gewidmet werden. Der gehöre noch dazu einem Gemeinderat, meldeten sich besorgte Bürger bei der Tiroler Tageszeitung.

Diese Anschuldigungen will Bürgermeister Reinhold Flörl aber weder auf sich noch auf der Gemeinde sitzen lassen: „Wir haben ein Projekt entwickelt, das gemeindeübergreifend mit der Gemeinde Schwendt umgesetzt werden soll. Im Raumordnungskonzept wären ungefähr acht Hektar vorgesehen, der erste Ankauf umfasst aber nur 1,5 Hektar.“

Der Kauf soll über den Bodenfonds des Landes erfolgen, die Gemeinde müsste dann gekoppelt an eine Bedarfsprüfung und ein Erschließungskonzept Flächen umwidmen. Flörl spricht von mehreren Interessenten, die sich im neuen Gewerbegebiet ansiedeln würden – mit dementsprechender Arbeitsplatzgarantie. Der Bedarf ist laut dem Bürgermeister also sehr wohl gegeben.

Dass die 1,5 Hektar ausgerechnet einem Gemeinderat gehören, stellt für Flörl kein Problem dar, ganz im Gegenteil: „Er kommt uns da sehr entgegen.“ Das sieht auch der Angesprochene so: „Ich persönlich wäre froh, wenn ich den Grund nicht hergeben müsste. Den kann ich auch an einen anderen Landwirt verkaufen und bekomme mehr dafür. Ich will der Gemeinde nur in einer Notsituation helfen“, sagt Gemeinderat Adam Aigner. Außerdem würde ja nicht die Gemeinde seinen Grund kaufen, sondern der Bodenfonds. Von einer Widmung könne noch überhaupt keine Rede sein.

Aigner: „Wir suchen schon seit zehn Jahren ein Gewerbegebiet in Kössen. Zudem soll der Grund nur gekauft werden, wenn die Fläche groß genug ist.“ Das würde heißen, dass alle acht Hektar zum Verkauf stehen müssten, und da gibt es neben Aigner noch zwei weitere Grundbesitzer.


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