"Pandemie" auf Netflix: Eine Serie als vertrauensfördernde Maßnahme

„Pandemie“ begleitet die New Yorker Ärztin Syra Madad.Foto: Netflix

Fast schon zu perfektes Timing wurde Streaming-Gigant Netflix unterstellt, was seine Doku-Serie „Pandemic: How to Prevent an Outbreak" betrifft. Sie ging Ende Januar online. Sheri Fink, eine der verantwortlichen Produzenten, sieht es in einem Tweet anders: „Wir haben gehofft, vorab zu informieren und nicht nachdem ein neuer gefährlicher Virus auftaucht." Medizinerin Fink hat dieser Tage viel zu tun, als zweifach mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Gesundheitsreporterin der New York Times. Ebenso eine ihrer Protagonistinnen, die in sechs verwobenen, global orientierten Folgen vorgestellt werden. Die Arbeit und Lebensaufgabe der Ärztin Syra Madad ist es, einen Ausbruch zu managen, als Direktorin der Spezialabteilung für „preparedness and response" aller New Yorker Krankenhäuser. 2019 war sie an einer großen Epidemie-Simulation beteiligt. Die Lehren daraus verhallten ungehört. Auch wenn ein Ex-Senator die Vorsorgekosten mit „nur einem halben Flugzeugträger" beziffert.

„Pandemie" wirkt dadurch ungewollt prophetisch. Doch trotz Vergleichen mit der Spanischen Grippe erzeugt die Serie nicht Panik, sondern Vertrauen in die Experten. Ihnen kommt man als Zuschauer auch privat ein wenig näher, etwa wenn die gläubige Muslima Syra Madad mit ihren Kindern begleitet wird.

Ein Chefarzt in Rajasthan, ein WHO-Ebola-Koordinator im Kongo, Forschende im Libanon, Ägypten und Vietnam und Impfstoff-Entwickler in Guatemala sind einige der Serien-Helden. Sie alle kämpfen jetzt gerade gemeinsam gegen die Corona-Pandemie. (maw)

Pandemie. Sechs Folgen. Derzeit auf Netflix abrufbar.

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