Hilfspaket gegen die Pflegekrise: 100 Millionen Euro bereitgestellt

Tausende Pflegekräfte aus dem Ausland drohen aufgrund der bestehenden Einreisebeschränkungen wegzufallen. Ein 100-Millionen-Maßnahmenpaket soll Pflegenotstand verhindern.

Wie soll die Pflege von alten Menschen gesichert werden, wenn ausländische Pflegerinnen nicht mehr einreisen können?
© APA

Von Michael Sprenger

Wien – Aufgrund der bestehenden Einreisebeschränkungen droht ein Pflegenotstand. Tausende Pflegekräfte aus zumeist ost- und südosteuropäischen Ländern könnten für die Pflege wegfallen.

Die Regierung arbeitet deshalb ihrerseits daran, einen Pflegenotstand abzuwenden, indem die Länder zusätzliche stationäre Plätze schaffen und die mobilen Dienste verstärken. Für diesen Zweck wurden 100 Millionen Euro bereitgestellt.

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Wie kompliziert die Lage ist, zeigte eine Aufzählung von Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne), wonach Arbeitskräfte aus Rumänien derzeit nicht kommen können, weil sie in Ungarn nicht durchkommen. Bulgaren können mit dem Flugzeug kommen, Kroaten können über Slowenien einreisen, wenn sie dort keinen Zwischenstopp machen.

Das Außenministerium arbeite deshalb daran, Ausnahmeregelungen zu schaffen. Derzeit sei der „überwiegende Teil der Pflegekräfte zwar noch“ in Österreich tätig, sagte Anschober, „aber es wird der Tag X kommen“. Die Regierung rechnet damit, dass viele nach Hause fahren werden – und der Austauch mit den anderen Pflegerinnen, die jetzt zuhause sind, nicht mehr funktioniert.

Derzeit gibt es 460.000 Pflegegeldbezieher. 100.000 werden stationär versorgt, 153.000 über mobile Dienste, 175.000 werden zuhause gepflegt, 33.000 beziehen eine 24-Stunden-Betreuung. Die Regierung arbeite an Ersatzbetreuungsangeboten, es werde aber „nicht möglich sein, in allen Fällen die bestehende Pflege aufrechtzuerhalten“. Ziel sei, so Anschober, „Notsituationen abzuwenden und niemanden allein zu lassen.“

Konkret werden bestehende Reserven in der stationären und mobilen Pflege ausgebaut und neue Kapazitäten in Kur- und Rehakliniken geschaffen. Zivildiener werden zur Verstärkung herangezogen, wobei diese nur für die Basisversorgung herangezogen werden und keine ausgebildeten Pflegekräfte ersetzen können.


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