Betreuung für Schüler: Weitere Schutzmaßnahmen denkbar

Tirolweit werden aktuell weniger als 450 Schüler und Kinder betreut. Steigt diese Zahl, könnten Schutzmasken & Co. Thema werden.

Weitreichendere Schutzmaßnahmen im Bereich der schulischen Betreuun­g, „zumindest Gesichtsmasken und Handschuhe“: Das fordert ein an einer Innsbrucker Volksschule tätiger Betreuer.
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Von Michael Domanig

Innsbruck –Braucht es in der schulischen Betreuung während der Corona-Krise weitreichendere Schutzmaßnahmen? Diese Frage wirft ein Betreuer auf, der nachmittags in einer Innsbrucker Volksschule tätig ist. Vier bis sechs Schüler zwischen sechs und zehn Jahren sind dort im Tagesschnitt derzeit anwesend. „Zumindest Schutzmasken und Handschuhe“ sollten für Betreuer und Schüler ausgegeben werden, meint er. Zumal das Einhalten der Abstände in der Praxis nicht einfach sei, weil die Kinder engeren Kontakt gewohnt seien. „Ich finde es nicht logisch, dass Geh- und Radwege gesperrt werden, hier aber nicht reagiert wird“, sagt der Betreuer.

Bei der GemNova, einem Tochterunternehmen des Tiroler Gemeindeverbandes, bei dem der Betreuer angestellt ist, verweist man darauf, dass die Schüler in Tirol derzeit größtenteils zuhaus­e seien. Angesichts der sehr geringen Zahl an Kindern in schulischer Betreuung, noch dazu verteilt über viele Standorte, lasse es sich aktuell also „sehr wohl organisieren, dass entsprechende Abstände eingehalten werden“. Sollte ein Betreuer unbedingt Schutzmasken wollen, bekomme er diese über die GemNova.

In Innsbruck seien von insgesamt 11.500 Schülern derzeit im Schnitt weniger als 100 in der schulischen Betreuung – und zwar an verschiedensten Schulstandorten, bestätigt Bildungsstadträtin Elisabeth Mayr. In den städtischen Kindergärten seien ebenfalls deutlich weniger als ein Prozent der 2200 Kinder in Betreuung, an zuletzt zehn bis 13 Standorten. „Es wird alles unternommen, um Gruppenbildungen zu vermeiden und ausreichend Abstand zu ermöglichen.“ Schon bei vier bis sechs Kindern wie im genannten Fall erfolge eine Aufteilung auf zwei Gruppen, es seien immer mindestens zwei Betreuer anwesend.

„Kindergärten und Pflichtschulen sind täglich geöffnet, bis Mittag ist immer Personal vor Ort, auch wenn niemand kommt“, ergänzt Mayrs Büroleiter Wolfgang Grünzweig. Er zollt den Pädagogen generell höchstes Lob.

Wenn die Zahl der Anwesenden steige, müsse man natürlich über weitere Maßnahmen diskutieren, schließt Mayr.

In ganz Tirol werden laut Bildungsdirektion derzeit nur 193 Schüler (0,34 Prozent) sowie 243 Kinder (0,75 Prozent) betreut. Die Mitarbeiter der geöffneten Einrichtungen seien „weitestgehend hinsichtlich der einzuhaltenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen sensibilisiert“. Auf die Frage, ob Schutzmasken & Co. in der schulischen Betreuung ein Thema werden könnten, heißt es von Land und Bildungsdirektion: „Bei einem Anstieg der Zahl an zu betreuenden Schülern und Kindern gilt es natürlich, auch über weitere mögliche Schutzmaßnahmen nachzudenken.“ Die Sicherheit der Mitarbeiter, Schüler und Kinder „hat stets oberste Priorität“.


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