Spanien verzeichnet mehr Todesfälle als China

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat jene Chinas überholt. Nach Angaben der Regierung in Madrid vom Mittwoch starben 3.434 Menschen an Covid-19. Binnen eines Tages seien weitere 738 Todesopfer hinzugekommen. Trotz der vor elf Tagen verhängten strikten Ausgangssperre stieg die Zahl der Infizierten auf 47.610 an.

Allein in Madrid, dem Epizentrum der Epidemie in Spanien, wuchs die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden um fast 300 auf mehr als 1.800. Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. In China wurden bisher 3.281 Todesfälle gemeldet.

In der Lombardei, dem Brennpunkt der Krise in Italien, stieg die Zahl der neuen Fälle bis Dienstag den dritten Tag in Folge geringer als in der vergangenen Woche. „Der Druck auf die Nothilfe der Spitäler hat sich reduziert, und das ist positiv“, sagte der lombardische Gesundheitsbeauftragte Giulio Gallera. Der Weg in die Normalität sei aber noch lang. Die Gesamtzahl der Todesopfer in Italien stieg bis Dienstagabend auf 6.820, jene der Infizierten auf 54.303. 3.393 Italien ist das weltweit am stärksten betroffene Land. 34 österreichische Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Costa Victoria“, das zuvor dringend einen Hafen gesucht hatte, durften unterdessen in Civitavecchia nördlich von Rom von Bord gehen, die Reederei organisierte die Heimkehr der Urlauber.

In China wurde die Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. Die Behörden meldeten keine neuen Corona-Patienten, die sich innerhalb Chinas angesteckt haben, hingegen 47 Infizierte, die in die Volksrepublik eingereist sind. Auch in Südkorea ist die Zahl der erfassten Neuinfektionen wegen zunehmender „importierter“ Fälle wieder gestiegen.

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Der britische Thronfolger Prinz Charles ist ebenfalls infiziert. Der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilte seine Londoner Residenz Clarence House am Mittwoch mit. Der 71-Jährige leidet demnach an nur leichten Symptomen.

In Deutschland sind bisher mehr als 33.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert, geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 9.400 sowie Bayern mit mehr als 6.300 und Baden-Württemberg mit mehr als 6.000 Fällen. Mehr als 160 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bisher gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. Ungarn zählte am Mittwoch laut Behördenangaben 226 Infizierte, 39 mehr als tags zuvor. Zehn Menschen starben bisher, 21 gelten als geheilt.

Die Niederlande sehen erste positive Ergebnisse: Die Verbreitung des Virus scheine gebremst, sagte der Leiter des staatlichen Zentrums für Infektionsbekämpfung, Professor Jaap van Dissel. „Das ist vorläufig ein positiver Trend.“ Bisher gibt es in dem EU-Partnerland 5.560 registrierte Corona-Patienten. Mindestens 276 Menschen starben.


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