Mehr als 5.500 Österreicher mit Covid-19 infiziert, 30 Tote

Die Zahl der corona-infizierten Österreicher steigt weiter an. Bis Mittwoch 14.00 Uhr haben sich 5.516 Menschen angesteckt, wie die Meldungen am „Dashboard COVID19“ aus dem Gesundheitsministerium zeigen. Mit Stand 8.00 Uhr sind 30 Patienten offiziell an Covid-19 gestorben. Aus Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurden jedoch am Mittwoch weitere Todesfälle gemeldet.

Niederösterreich beklagte zuletzt drei Todesopfer. Im Landesklinikum Lilienfeld sind in der Nacht auf Mittwoch zwei positiv auf das Coronavirus getestete Patienten gestorben. Die Betroffenen, ein 87-Jähriger sowie eine 83-Jährige, wiesen beide Vorerkrankungen auf. Im Landesklinikum Hollabrunn starb ein 94-Jähriger mit Grunderkrankungen auf der Isolierstation.

Im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern erlag eine mit dem Coronavirus infizierte 95-jährige Dienstagabend der Krankheit. Die Pensionistin hat ebenfalls an einer Reihe von Grunderkrankungen gelitten. Die Frau war zuvor in häuslicher Pflege.

Am Mittwoch wurde der erste Corona-Todesfall aus dem Bundesland Salzburg gemeldet. Am Uniklinikum Salzburg erlag ein 84 Jahre alter Mann der Krankheit. Der Patient war seit vielen Jahren gesundheitlich schwer beeinträchtigt und hatte mehrere Vorerkrankungen.

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Die meisten an SARS-CoV-2 Erkrankten sind laut dem amtlichen „Dashboard COVID19“ des Gesundheitsministeriums, das alle 15 Minuten die aktuelle Entwicklung in Österreich bekannt gibt, mit Stand 14.00 Uhr weiterhin in Tirol mit 1.384 Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 904 Fällen. In Niederösterreich gab es 748 positive Tests, in der Steiermark 621, in Wien 700, in Salzburg 502, in Vorarlberg 407, in Kärnten 161 und im Burgenland 89.

96 Prozent der mit dem Coronavirus infizierten Österreicher haben einen sehr milden Krankheitsverlauf, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Laut dem Dashboard sind somit 5.279 Patienten in häuslicher Pflege. Lediglich 3,5 Prozent müssen in einem Krankenhaus behandelt werden. Das sind 237 der infizierten Österreicher. 0,5 Prozent bzw. 26 Patienten werden intensivmedizinisch betreut.

Was den Gesundheitseinrichtungen zusätzlich Arbeit macht, war die noch immer nicht wirklich abflauende Grippewelle in Österreich. „Eines unserer Probleme in Österreich bei der Bewältigung der Corona-Pandemie ist das gleichzeitige Auftreten von Influenza und Corona. Weil die Symptome sehr ähnlich sind und weil damit auch das Gesundheitssystem stark belastet wird“, sagte Anschober.

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der an Grippe und grippeähnlich Erkrankten ab Mitte März stark gesunken und bis Ende März fast völlig ausgelaufen, erklärte der Gesundheitsminister. Heuer bleibe die Zahl seit zwei Wochen relativ konstant und im Vergleich zu den Vorjahren vergleichsweise hoch. Nach den Auswertungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die eine Abschätzung auf Basis von Meldungen von Ärzten aus einzelnen Regionen darstellt, liegt die Zahl der Betroffenen aktuell bei 112.000 Erkrankten. „Eine Modellrechnung der AGES zur Grippe-Sterblichkeit geht derzeit von 643 Todesfällen durch Grippe in der heurigen Saison aus“, so Anschober.

Das Rote Kreuz startete am Mittwoch die „Stopp Corona“-App. Diese soll dazu beitragen, die Infektionskette zu unterbrechen. Die App fungiert als Kontakt-Tagebuch, in dem persönliche Begegnungen mit einem „digitalen Handshake“ anonymisiert gespeichert werden. Erkrankt eine Person an Covid-19, wird jeder, der in den vergangenen 48 Stunden Kontakt hatte, automatisch benachrichtigt und gebeten, sich selbst zu isolieren. In der heute gestarteten ersten Version müssen diese „Handshakes“ manuell bestätigt werden. Dafür müssen beide Geräte sich miteinander vernetzten und aktiv durch die Nutzer gespeichert werden. Wird die Suche nach Smartphones in der Umgebung aktiviert und mehrere Personen haben die App geöffnet, können auch mehrere Geräte und damit Kontakte gespeichert werden, so die Info des Roten Kreuzes.

Getrackt werden sollen somit nicht vorbeigehende Passanten, sondern beispielsweise Personen, die bei einer Zugfahrt im selben Abteil sitzen, oder Kollegen, mit denen Meetings abgehalten werden. Ausgelegt ist die App auf „Kontakte, die man länger als 15 Minuten mit Personen in einer Distanz weniger als zwei Meter hat“, erläuterte Foitik. Dazu gehören beispielsweise auch Taxifahrer oder Ärzte, betonte der Bundesrettungskommandant.

. Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621 täglich von 0-24 Uhr. Wer Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu Hause bleiben, das Gesundheitstelefon 1450 anrufen und die dort erhaltenen Anweisungen genau befolgen.)


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