Spanien verzeichnet mehr Todesfälle als China

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat jene Chinas überholt. Nach Angaben der Regierung in Madrid vom Mittwoch starben 3.434 Menschen an Covid-19. Binnen eines Tages starben weitere 738 Personen. Trotz der strikten Ausgangssperre stieg die Zahl der Infizierten auf 47.610 an. Die Pandemie ist laut UNO-Generalsekretär Antonio Guterres eine „Bedrohung für die gesamte Menschheit“.

Allein in Madrid, dem Epizentrum der Epidemie in Spanien, wuchs die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden um fast 300 auf mehr als 1.800. Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. In Spanien starben auch erstmals zwei Ärzte nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Insgesamt haben sich bisher rund 5.400 Mediziner und Pflegekräfte im Land mit Covid-19 infiziert, wie die Tageszeitung „El Pais“ am Mittwoch unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete.

In der Lombardei, dem Brennpunkt der Krise in Italien, stieg die Zahl der neuen Fälle bis Dienstag den dritten Tag in Folge geringer als in der vergangenen Woche. „Der Druck auf die Nothilfe der Spitäler hat sich reduziert, und das ist positiv“, sagte der lombardische Gesundheitsbeauftragte Giulio Gallera. Der Weg in die Normalität sei aber noch lang. Die Gesamtzahl der Todesopfer in Italien stieg bis Dienstagabend auf 6.820, jene der Infizierten auf 54.303. Italien ist das weltweit am stärksten betroffene Land. 34 österreichische Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Costa Victoria“, das zuvor dringend einen Hafen gesucht hatte, durften unterdessen in Civitavecchia nördlich von Rom von Bord gehen, die Reederei organisierte die Heimkehr der Urlauber.

In China wurde die Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. Die Behörden meldeten keine neuen Corona-Patienten, die sich innerhalb Chinas angesteckt haben, hingegen 47 Infizierte, die in die Volksrepublik eingereist sind. In China wurden bisher 3.281 Todesfälle gemeldet. Auch in Südkorea ist die Zahl der erfassten Neuinfektionen wegen zunehmender „importierter“ Fälle wieder gestiegen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres startete wegen der drastischen weltweiten Situation am Mittwoch einen UNO-Nothilfe-Aufruf zur Bekämpfung des Erregers in den ärmsten Ländern der Welt. Bis zum Jahresende sollen zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) zusammenkommen.

Nach UNO-Zählung gibt es weltweit bereits über 16.000 Todesfälle, mehr als 400.000 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter den betroffenen Ländern seien viele, „die sich aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen und dem Klimawandel bereits in einer humanitären Krise befinden“. Diesen Staaten solle mit dem Nothilfe-Fonds besonders geholfen werden, erklärten die Vereinten Nationen. Unter anderem gehe es um Informationskampagnen, Labor-Tests auf das Virus sowie Anlagen zum Händewaschen in Siedlungen und Flüchtlingscamps.

Auch angesichts der Gefahr einer ungehinderten Ausbreitung in Gefängnissen riefen die Vereinten Nationen die Staaten auf, besonders anfällige Häftlinge zu entlassen. Bereits jetzt seien Infektionsfälle aus Gefängnissen gemeldet worden, stellte am Mittwoch die UN-Menschenrechtsbeauftragte Michelle Bachelet in Genf fest. Es bestehe das Risiko, dass sich das Virus flächenbrandartig in Haftanstalten ausbreite.


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