Corona-Krise reißt Riesenloch in Österreichs Budget

Die Corona-Krise lässt Österreichs Wirtschaft um 2,5 Prozent schrumpfen und verursacht ein Defizit von 21,5 Mrd. Euro – im positivsten Fall. Es gibt bereits 163.200 Arbeitslose mehr.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrer Rede im Corona-bedingt fast leeren Europäischen Parlament.
© AFP

Wien, Brüssel – Die Virus-Pandemie hält die Welt im Würgegriff. Auch im gesellschaftlich und wirtschaftlich auf „Notbetrieb“ heruntergefahrenen Österreich sind die Auswirkungen massiv und letztlich noch gar nicht genau bezifferbar. Für die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS wäre es nicht verantwortungsvoll, „irgendwelche Horrorszenarien zu zeichnen“. Die Ökonomen gehen in ihren neuen Prognosen davon aus, dass die massiven Beschränkungen zumindest ab Ende April wieder schrittweise aufgehoben werden. In diesem „günstigsten Fall“ würde Österreichs Wirtschaftsleistung immer noch um 2,5 Prozent schrumpfen.

Wegen der gewaltigen Hilfspakete dürfte das Defizit 21,5 Mrd. Euro oder 5,4 Prozent des BIP betragen – ursprünglich hatte der Staat einen Überschuss von 0,3 Prozent geplant. Übers Jahr gesehen dürfte die Arbeitslosenquote auf 8,4 Prozent ansteigen. Seit Start der massiven Einschränkungen am 15. März ist die Arbeitslosigkeit in Österreich trotz des Runs auf Kurzarbeit um rund 163.200 auf über 500.000 angestiegen – ein neuer Rekordwert in der Zweiten Republik. In Tirol explodierte die Zahl der Arbeitslosen um über 23.000 auf 36.633 Arbeitslose, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) gestern mit.

Geld aus dem Härtefall-Fonds für Ein-Personen-Unternehmen und kleine Unternehmen soll schon in der kommenden Woche fließen. Ab heute können bei der Wirtschaftskammer Anträge eingebracht werden. Auch die Kurzarbeit ist bereits angelaufen und bietet die Möglichkeit, dass von der Coronavirus-Krise betroffene Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht kündigen. Darüber hinaus hilft der Krisenfonds mit 15 Mrd. Euro den von Schließungen direkt betroffenen Branchen.

Für die Europäische Union wird die gesundheitspolitische Krise zur Bewährungsprobe. Gestern nahmen die 27 Staaten neu Anlauf, um endlich an einem Strang zu ziehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor vor dem Europäischen Parlament angekündigt, dass die Kommission die Beschaffung von Schutzausrüstung nun gemeinsam organisiere. (TT)

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