Achenseebahn: Großes Interesse an den Dampf-Oldtimern

In Eisenbahnkreisen hatte sich die wackelige Finanzsituation der Achenseebahn schon lange vor dem Insolvenzantrag in dieser Woche herumgesprochen.

Großes Interesse am Fuhrpark der Bahn gibt es aus dem Ausland.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –In Eisenbahnkreisen hatte sich die wackelige Finanzsituation der Achenseebahn schon lange vor dem Insolvenzantrag in dieser Woche herumgesprochen. Und so gab es Anfragen für das Material – sprich Loks und Waggons – schon vor Wochen. Darunter ist eine Anfrage aus Spanien für die ehemaligen Appenzeller Garnituren, die auf dem Abstellgleis stehen. Aber auch von der portugiesischen Blumeninsel Madeira wurde Interesse an Teilen des Fuhrparkes angemeldet. Auch Kontakte aus der Slowakei und Deutschland stritt Eisenbahndirektor Martin Uhlig gestern nicht ab. Seine knappe Antwort schon vor Wochen: „Es ist nicht Sinn und Zweck, dass alles verscherbelt wird.“ Dabei hatte er noch etliche Pläne, wie das finanzielle Desaster abgewendet werden könnte, parat. So sollte das Achenseebahnstüberl, das wieder im Besitz der Achenseebahn ist, als ganzjährige Einnahmequelle dienen.

Ein weiterer Plan: „Auf der Flachstrecke zwischen Eben und Seespitz würde sich auch im Winter zu gewissen Zeiten ein beträchtlicher Personenverkehr anbieten lassen. Das machen inzwischen viele Touristikbahnen in Europa“, sagt Uhlig, der vor der Insolvenz ein Gesamtkonzept erarbeitet hatte. Um die Loks der Dampfzahnradbahn zu schonen, könnte ein Triebwagen angemietet werden. Im derzeitigen Bestand der Bahn sind vier Loks, sieben Personenwagen und ein Güterwagen.

„In der Insolvenz werden die Karten neu gemischt“, sagt Christian J. Winder, der Innsbrucker Rechtsanwalt, der die Achenseebahn im Konkursverfahren vertritt. Die Grundkonzeption sei es, „das Werkl Achenseebahn zu retten“. Dabei müsse man aber „die Vergangenheit sanieren“. Bereits mehr als 3300 Bahnfans, darunter viele aus Deutschland, haben mittlerweile die Petition „Rettet das Kulturerbe Achenseebahn“ unterschrieben. Ob eine Stilllegung der Bahn das Richtige sei, hinterfragt Martin Teißl, Sprecher des Arbeitskreises „Fahrgast Tirol“, in einem Brief an den Masseverwalter. Das Land Tirol stellte hingegen klar, dass ein Fortbestand nicht mehr umsetzbar ist, daher blieb heuer eine erneute Finanzspritze aus. Das war der Startschuss fürs Insolvenz­verfahren.

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