Der letzte Tiroler Mohikaner kann trotz Corona-Krise trainieren

Dass Thomas Riml noch Dreiband-Trainings und Matches abhalten kann, hat einen speziellen Grund.

Ein Karamboltisch, zwei Spieler und das „mywebsport“-System: Schon kann das Training an zwei verschiedenen Orten stattfinden.
© mywebsport/Riml

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Es ist ruhig geworden in der Innsbrucker Billard Sport Arena. Die Corona-Pandemie hat auch zur Schließung von Thomas Rimls ganzem Stolz geführt. Ganz still ist es hin und wieder aber doch nicht. Zumindest ein paarmal unter der Woche, wenn „Jimmy“ Riml dank seines „mywebsport“-Systems ein Queue-Duell am grünen Filz ausüben kann.

Möglich macht das sein vor zwölf Jahren erfundenes Spiel-System. Der damalige Grundgedanke war, Karambol-Akteure nicht quer über den Erdball schicken zu müssen. Jeder soll von seinem Heimatort aus ins Geschehen eingreifen können – es braucht nur die von Riml installierte Technik. Und so duelliert sich der Tiroler derzeit mit Spielern in Dänemark, Deutschland oder der Schweiz: „Südkorea geht derzeit nicht, weil sie nicht online sind.“

Und so funktioniert es: Eine über dem Tisch montierte hochauflösende Kamera nimmt die Stöße auf und sendet die Kugel-Positionen dann im Anschluss an den Gegner, der sich irgendwo aufhält. Der kann – mittels Laser – die Positionen der Kugeln nach dem letzten Stoß des Gegners nachstellen und danach seinen Stoß ausführen. Verbunden sind die beiden Queue-Akrobaten mittels eines Headsets.

Über die Jahre haben sich einige Billard-Clubs und Dreiband-Profis Rimls patentiertes „mywebsport“ (7500 Euro) installieren lassen. Aktuell hat der Innsbrucker weitere Anfragen auf dem Tisch liegen, die er aber (noch) nicht ausführen kann: „In München und in den Niederlanden wollen sie es haben. Aber aufgrund der jetzigen Situation muss ich sie bis auf Weiteres vertrösten. Mal schauen, wann es wieder losgeht.“

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Das trifft auch auf seine Arena zu. Positiv abgelenkt wird er derzeit aber von freudigen Nachrichten seiner Kinder: „Ich bin gerade zum zweiten Mal Opa geworden. Das überstrahlt natürlich alles.“

Und wenn es ihn zwischendurch doch wieder einmal in den Fingern juckt, wartet schon die nächste internationale Anfrage nach einem Karambol-Duell: „Anders kann man derzeit ja nicht Sport gegen- und miteinander machen.“


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