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Tausche Privatsphäre gegen Bequemlichkeit: Spionage übers Handy?

Wem verraten Sie, worüber Sie streiten, welche Ärzte Sie besuchen und mit wem Sie Sex haben? Ihrem besten Freund. Wenn überhaupt. Und Ihrem Smartphone. Es sammelt mehr Daten, als wir ahnen. Darum machen die Datensammelpläne der Regierung so manchem Sorgen.

Das Smartphone spioniert hinter den Kulissen erstaunlich viele Daten des Nutzers aus.
© iStockphoto

Von Judith Sam

Als George Orwell vor gut 70 Jahren sein Buch „1984“ verfasste, galt er als Fantast. Als Utopist. Nur ein besonders kreativer Geist wäre in der Lage, sich ein Szenario auszudenken, in dem „Televisoren“ in der Wohnung jedes Bürgers aufgestellt werden, die dessen Alltag beobachten und belauschen. Wüsste der 1950 verstorbene Autor, wie die Realität heute aussieht – er würde erblassen. Denn Smartphones sind über den Entwicklungsschritt des Belauschens bereits weit hinaus.

Der Spion in der Hosentasche

„Handys sind auf dem besten Weg, deren Besitzer so präzise zu identifizieren wie dessen Fingerabdruck oder DNA. Die Geräte wissen, wer sie verwendet, weil sie analysiert haben, wie viele Tippfehler deren Benutzer macht, welche Schrittlänge er hat, welche Vokabeln er häufig ausspricht, mit welcher Dynamik er sein Handy bewegt und mit welchem Druck er auf das Display tippt“, sagt Helmut Spudich. Der frühere Kommunikationschef des Telekommunikationsunternehmens Magenta war bei der Recherche für sein Buch „Der Spion in meiner Tasche“ (Verlag edition a) teils selbst überrascht über den Umfang der gesammelten Daten: „Viele Infos geben wir quasi freiwillig preis – u.a. durch die Nutzung von Sprachassistenten mit wohlklingenden Namen wie Siri oder Alexa.“

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