Tausende Rekruten und Zivis im Einsatz gegen das Coronavirus

2100 junge Männer starten heute einen freiwilligen Zivildienst. 3800 Rekruten und Zivis müssen länger bleiben.

Die Regierung mobilisiert Reserven bei Zivildienst und Heer.
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Wien, Innsbruck – Ende März sollte für österreichweit mehr als 2300 Rekruten des Bundesheeres und rund 1500 Zivildiener alles vorbei sein. Die Corona-Pandemie hat ihnen eine unfreiwillige Verlängerung beschert. Für die Rekruten beginnt heute der zweimonatige Aufschubpräsenzdienst, die Zivildiener wurden um drei Monate verlängert. Weitere 2126 junge Männer haben sich freiwillig für einen außerordentlichen Zivildienst gemeldet, der ebenfalls heute startet. Sie alle sollen verschiedene Behörden und Einrichtungen unterstützen, um mit den Folgen des Virus fertigzuwerden.

In Tirol haben sich 153 Männer für den außerordentlichen Zivildienst gemeldet. Sie werden – wie in den anderen Bundesländern – von der Landesstelle des Roten Kreuzes Einrichtungen zugewiesen, die Bedarf an Unterstützung anmelden. Für Notfälle ist eine Reserve vorgesehen. Die Bundesregierung rechnet damit, dass in den kommenden Wochen Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflege- und Betreuungseinrichtungen ausfallen werden, weil sie erkranken oder unter Quarantäne stehen. Hier sollen die Zivildiener aushelfen, vor allem bei Transporten, Organisation und in der Logistik.

Beim Zivildienst wird mit diesem Einsatz Neuland betreten. Beim Bundesheer hingegen gab es bereits einmal einen Aufschubpräsenzdienst, 1968, wegen der Krise in der damaligen Tschechoslowakei. Ziel ist es, die Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres und eine zeitlich begrenzte Entlastung sicherzustellen.

Viele der betroffenen Soldaten waren schon zuletzt im Assistenzeinsatz, entweder zur Überwachung der Grenze (800 Soldaten) oder im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie (1500). Insgesamt hat die Armee derzeit 3450 Männer und Frauen im Einsatz, mehr als 1150 im Ausland.

Ablöse winkt Mitte Mai durch 3000 Milizsoldaten. Diese müssen am 4. Mai einrücken und werden vor ihrem Einsatz zwei Wochen lang ausgebildet.

Parallel dazu rücken heute rund 1600 und Anfang Mai weitere 1500 junge Männer erstmals zum Grundwehrdienst ein. (sabl)


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