Helden des Alltags: „Die meisten positiv Getesteten bleiben ruhig“

Regina Stemberger unterstützt während ihrer Kurzarbeit freiwillig Innsbrucks Amtsärzte und betreut Corona-Kranke am Telefon.

Die Ärztin Regina Stemberger hilft ehrenamtlich im Gesundheitsreferat der Stadt Innsbruck mit.
© Stemberger

Von Denise Daum

Innsbruck – Die Corona-Krise trifft auch das Stadtmagistrat Innsbruck mit voller Wucht. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sind rund um die Uhr im Einsatz. Seit über einer Woche bekommen die Amtsärzte Unterstützung von Regina Stemberger. Die Medizinerin ist ärztliche Leiterin der PKA Private Krankenanstalt. Das Physiotherapiezentrum ist aufgrund der aktuellen Situation geschlossen, Stemberger wurde in Kurzarbeit geschickt.

„Nichts tun kam für mich angesichts der angespannten Lage nicht infrage“, erklärt Stemberger. Sie wandte sich mit ihrem Hilfsangebot zunächst an die Landessanitätsdirektion, die sie darüber informierte, dass im Stadtmagistrat händeringend Personal gesucht werde. Die ehrenamtliche Arbeit vertraglich zu organisieren, sei eine Herausforderung gewesen. „Das System ist nicht darauf vorbereitet, dass Ärzte freiwillig und unbezahlt arbeiten“, so Stemberger. Derzeit ist sie ehrenamtlich als Volontärin engagiert. Ab kommender Woche soll sie für ihre Arbeit auch entlohnt werden. „Die Gage steht nicht im Vordergrund, ich möchte nur für diese Tätigkeit auch versichert sein.“

Rund 20 bis 25 Stunden wöchentlich kommt die Ärztin ins Stadtmagistrat. Der Hauptteil ihrer Arbeit betrifft die telefonische Betreuung von Corona-erkrankten Innsbruckerinnen und Innsbruckern. Dazu gehört, mit Betroffenen über das Vorliegen eines positiven Testergebnisses zu sprechen. Die meisten tragen das mit Fassung, wie Stemberger sagt. „Ich persönlich hatte noch niemanden am Telefon, der panisch reagierte. Die meisten positiv Getesteten bleiben ruhig. Es war auch niemand ungehalten oder zeigte sich uneinsichtig angesichts der Quarantäneverordnung.“

Zudem werden Corona-Kranke regelmäßig kontaktiert und ihr Zustand abgefragt.

Der für Gesundheitswesen zuständige Vizebürgermeister Hannes Anzengruber zollt allen Mitarbeitern im Gesundheitsreferat höchsten Respekt. „Sie leisten derzeit Übermenschliches.“ Montag bis Sonntag sind zwischen 15 und 30 Mitarbeiter im Dienst. Bald sollen diese weitere Unterstützung bekommen, damit Befunde und Quarantänebescheide schneller rausgehen. Derzeit vergehen laut Anzengruber zwischen Screening (also Entnahme des Rachenabstrichs) bis zur Information an die Betroffenen über das Testergebnis durchschnittlich 36 bis 48 Stunden.

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„Wir optimieren die Prozesse im Gesundheitsamt laufend“, berichtet Anzengruber, der selbst Gesundheitswissenschaften studiert hat.

In Innsbruck waren mit Stand gestern Nachmittag 318 Personen an Corona erkrankt, 29 gelten als genesen. Eine Person ist verstorben.


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