Plan vom Einfliegen von Erntehelfern nach Tirol sorgt für Zwist

Österreichische Bauernvertretung sieht Tiroler Plan, Erntehelfer einfliegen zu lassen, kritisch. 150 zusätzliche Erntehelfer rekrutiert.

Archivfoto.
© Julia Hammerle

Wien, Innsbruck – Der Vorschlag von Agrar-Landesrat Josef Geisler und dem Tiroler Landwirtschaftskammerpräsidenten Josef Hechenberger, notfalls Erntehelfer aus Osteuropa einfliegen zu lassen, wird auch innerhalb der Bauern-Vertretung kritisch gesehen.

„Das sehen wir österreichweit kritischer, es ist aber eine Entscheidung der Regionen“, sagt Josef Moosbrugger, Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammer. In Österreich habe es Ende März mehr als 560.000 Arbeitslose gegeben, man sollte den Arbeitskräftebedarf in der Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung vorrangig mit diesen Menschen decken, so der Landwirtschaftsvertreter. Wegen der Coronavirus-bedingten Grenzsperren fehlen in Österreich für die Ernte Tausende Arbeitskräfte aus Osteuropa. In Tirol wird überlegt, 250 Saisonkräfte aus Rumänien und der Ukraine per Flugzeug ins Land zu holen.

Über die Online-Plattform dielebensmittelhelfer.at hätten sich in Tirol bislang 1000 Personen zur Mitarbeit am Feld gemeldet. Davon seien jedoch nur 150 in Vollzeit einsetzbar, sagte Hechenberger am Donnerstag.

Im TT-Gespräch erklärte der Tiroler Kammer-Präsident, weiterhin über ein Einfliegen-Lassen der Saisonarbeiter nachzudenken. „Einfliegen wäre eine Lösung, damit das Gemüse, das bald zur Ernte fertig auf den Feldern ist, nicht kaputt geht.“ Man sei aber auch offen für andere Wege, so ­Hechenberger.

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Das Personaldienstleistungsunternehmen Immoservice 24 GmbH aus Innsbruck erklärte in einer Aussendung, ebenfalls bereits 150 Personen aus dem Tourismus und Gastronomiebereich rekrutiert zu haben, die sich für die Arbeit in der Landwirtschaft gemeldet hätten. Laut dem Unternehmen würden die Mitarbeiter bereits an diesem Wochenende in sieben Betrieben eingesetzt.

Das bestätigt auch Hechenberger. Ob damit der Ernte­helferbedarf abgedeckt sei, könne er aber noch nicht beurteilen. (APA, ecke)


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