Tödlicher Feind im Hinterhof: Neophyten in Tirol

Neophyten, also eingeschleppten Pflanzenarten, wird der Kampf angesagt. Die Gesundheit von Mensch und Tier ist in Gefahr.

Das Drüsige Springkraut verdrängt, wie hier in Inzing, nahezu sämtliche heimischen Pflanzenarten und wird als Neophyt bekämpft.
© Konrad Pagitz

Von Thomas Parth

Imst – Auf Einladung des Regio-Vereins fand in der Landwirtschaftskammer Imst ein Netzwerktreffen zum Thema Neophyten statt.

Das Ziel der Partner ist die gemeinsame Bekämpfung nicht heimischer, aber teils giftiger oder für die Kulturlandschaft schädlicher Pflanzenarten. Konrad Pagitz vom Neophyten-Kompetenzzentrum Tirol ließ keinen Zweifel an der Dringlichkeit der Unternehmung, die ganz Tirol mit etwa 600 gelisteten Arten betrifft.

Die Blüte des Drüsigen Springkrauts sieht harmlos aus.
© Konrad Pagitz

„Die Ambrosia breitet sich im Bezirk Imst vor allem von Ötztal-Bahnhof entlang der Bundesstraße bis nach Rietz aus und stellt speziell für Allergiker ein großes Problem dar“, weiß der Experte. Noch schlimmere Folgen kann das Greiskraut haben. „Für Tiere, insbesondere für Pferde, ist das Greiskraut eine tödliche Gefahr“, weiß Pagitz: „Beim Menschen kann die Aufnahme des Giftstoffes, beispielsweise über Milch, ebenfalls zu Leberschädigungen führen. Bei Männern wurden zudem auch Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit festgestellt.“ Das Drüsige Springkraut kann andere Pflanzenarten gänzlich verdrängen und hat somit negative Auswirkungen auf Kulturlandschaften.

„Beim ersten Vernetzungstreffen wurde als erster Schritt ein Informationsblatt an Landwirte, Gemeinden und Gebietsnachbarn wie ÖBB und Asfinag erstellt“, berichtet Manuel Flür von Regio Imst. Dort denkt man bereits über ein Folgeprojekt für die Blumenwiesen-Initiative „Das Inntal summt“ nach. „Ein zentraler Koordinator würde das Neophyten-Management im Bezirk Imst erleichtern“, unterstreicht Flür.

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