Museen locken mit Besuchen vom Sofa aus

Zahlreiche heimische Museen, die derzeit wegen der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise geschlossen haben, bieten Möglichkeiten für Online-Besuche an. Die Kunstmeile Krems gibt Einblick in die Ausstellungen, deren geplante Eröffnungen nun nicht stattfinden können. Ähnliche Angebote haben auch das Grazer Universalmuseum Joanneum oder das Wiener Ernst-Fuchs-Museum.

Kunstsammler Ernst Ploil gewährt per Videointerview Einblick in seine Sammlung, die unter dem Titel „Schiele - Rainer - Kokoschka“ in der Landesgalerie Niederösterreich gezeigt werden sollte. Die Kunsthalle Krems führt mit einer Videotour durch die bereits fertig aufgebaute Ausstellung „Robin Rhode. Memory Is The Weapon“, das Karikaturmuseum stellt Beiträge zur „Fix & Foxi XXL“-Schau zur Verfügung. Über die Sozialen Netzwerke wird das Angebot mit weiteren Features flankiert. Die Artothek Niederösterreich bietet zudem mehr als 1.500 Werke zeitgenössischer Kunst zum Ausleihen für die eigenen vier Wände an. Abholen kann man sie jedoch erst nach Wiedereröffnung der Artothek.

Auch bei geschlossenen Museumstüren bieten die Häuser des Grazer Joanneums ein breites Angebot: Digitale Besucher können gemeinsame Kunstbetrachtungen in der Neuen Galerie unternehmen, während das Center of Science Activities (CoSA) kreative DIY-Ideen zum Beispiel für selbst gemachte Spiele liefert. Das Archäologiemuseum präsentiert römische Rezepte zum Nachkochen, aber auch Interviews mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern oder Kurzfilme zum eisenzeitlichen Erbe des Donauraums. Virtuell erlebbar sind auch die Prunkräume in Schloss Eggenberg, die Alte Galerie oder das Landeszeughaus. Kulturhistorische Einblicke in das Werden und den Wandel in der Steiermark bietet das Museum für Geschichte.

In das etwas abseits gelegene Ernst-Fuchs-Museum im Wiener Außenbezirk Hütteldorf haben es viele Kunstfreunde auch schon vor den Coronasperren nicht geschafft. Dafür kann man im persönlichen Hausarrest nun virtuell durch die einstige Otto-Wagner-Villa flanieren. Der Phantastische Realist Fuchs hatte die verlassene Villa 1972 erworben und sie grundsaniert, wobei die Möbel, Tapeten, Türgriffe und Ähnliches vom Universalkünstler selbst gestaltet wurden. 1988 eröffnete hier das Ernst-Fuchs-Museum. Dank der aufwendigen 3D-Applikation kann man sich aber auch von der Couch aus durch die prunkvollen Räume wie den Adolph Böhm Saal oder das Römische Bad bewegen.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte