Schutzmasken bei Rewe-Supermärkten nicht gratis

Der Handelsriese Rewe hat am Montag mit dem Verkauf von Corona-Schutzmasken in seinen Filialen verwundert. Denn laut Erlass sollten diese gratis sein. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe aber in seiner Pressekonferenz darauf hingewiesen, „dass es in Ordnung sei, dass Supermärkte etwas für den Mund-Nasen-Schutz verlangen, wenn damit kein Gewinn erzielt wird“, sagte ein Rewe-Sprecher zur APA.

Zum Selbstkostenpreis dürften die Masken angeboten werden, so der Standpunkt des Konzerns. Bei Rewe kostet eine Maske einen Euro. Das sei „unter dem Selbstkostenpreis“, hieß es am Montag zur APA. Die Höhe der Selbstkosten wollte das Unternehmen aber nicht bekannt geben.

Bei Billa, Merkur, Penny, Bipa und Adeg wird der Mund-Nasen-Schutz vor Tröpfcheninfektion ab dieser Woche um drei Euro pro Dreierpackung angeboten. Im Erlass des Gesundheitsministeriums steht aber, dass die Masken gratis zur Verfügung gestellt werden müssen. Es dürften weitere Erlässe kommen.

Der Bedarf an Schutzmasken ist enorm: Allein an den rund 2.550 Standorten, die Rewe in Österreich mit etwa 40.000 Mitarbeitern betreibt, gehen den Konzernangaben zufolge täglich 1,9 Millionen Kunden ein und aus.

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Seit Montag ist das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) in Supermärkten und Drogeriemärkten Pflicht. Betroffen sind Geschäftslokale über 400 Quadratmetern Kundenbereich. Durch das Tragen soll verhindert werden, dass etwa bei Husten oder Niesen durch Tröpfcheninfektionen andere Menschen angesteckt werden. Es können auch selbstgenähte Masken oder Schals benützt werden.

Bei Spar, Hofer und Lidl sind die Schutzmasken weiterhin kostenlos. Spar habe bereits sechs Millionen Masken an die Märkte ausgeliefert, hieß es zur APA. Wie viele pro Tag benötigt werden, könne man nicht sagen, zumal viele Kunden bereits ihre eigenen Masken hätten, so Spar-Sprecherin Nicole Berkmann.

Das Gesundheitsministerium nennt es eine „mechanische Schutzvorrichtung“, die den Kunden kostenfrei zur Verfügung zu stellen ist, wenn diese keine selbst mitbringen. Ob es überhaupt erlaubt ist, dass Rewe dafür Geld verlangt, ist noch zu klären. „Sobald diese mechanischen Schutzvorrichtungen durch die Inhaber von Supermärkten den Kunden zur Verfügung gestellt werden, dürfen diese die Kunden nur dann in den Verkaufsbereich zulassen, wenn sie mechanische Schutzvorrichtungen tragen“, geht aus dem Erlass hervor. Wer keinen Schutz trägt, darf ein Geschäft also nicht betreten.

Lidl habe vorerst genügend Masken zur Verfügung, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Allerdings seien Masken derzeit am Weltmarkt sehr begehrt, was den Preis dafür nach oben treibe. Spar investiert laut Eigenangaben „viele Millionen“ in Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhe und zusätzliches Personal. „Wir haben uns vor Wochen bereits um die Masken gekümmert. Wir haben einfach bei unseren Kollegen in Italien gesehen, dass das auf uns zukommen wird und wir haben uns daher frühzeitig drum gekümmert“, sagte Berkmann.

Auch Hofer habe „sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft, um trotz der aktuellen internationalen Knappheit eine möglichst hohe Verfügbarkeit an MNS-Masken (Mund-Nasen-Schutz, Anm.) zu haben“, so das Unternehmen auf APA-Anfrage. Die Filialen seien gut bestückt, weitere Lieferungen aus Asien würden laufend folgen. Bei Hofer werden die Masken durch die Beschäftigten vor den Filialen verteilt, wobei pro Kunde eine Maske vorgesehen ist, die mit einer Zange kontaktlos ausgehändigt wird. Auch bei Spar werden sie am Eingang einzeln und unverpackt übergeben.


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