Corona-Krise stellt Fieberbrunn vor Probleme: Aubad bleibt heuer im Sommer zu

Die Corona-Krise hat auch massive Auswirkungen auf die Gemeinde Fieberbrunn. Das Aubad mit Hallenbad, Freibad und Sauna bleibt im Sommer geschlossen, heißt es nach einer Sitzung des Gemeindevorstandes

Ein zu erwartendes Loch sowohl in der Gemeindekasse als auch beim TVB fordert als erstes Opfer das Aubad in Fieberbrunn.
© Lackner

Von Michael Mader

Fieberbrunn – Sowohl die Marktgemeinde Fieberbrunn als auch der Tourismusverband Pillerseetal erwarten durch die Corona-Krise jeweils Einnahmenausfälle von bis zu einer Million Euro. Diese Umstände machten eine zeitnahe Entscheidung über den Sommerbetrieb der Badeanlagen unumgänglich, heißt es von Seiten der Bad-Betreiber TVB und Gemeinde. Das Aubad mit Hallenbad, Freibad und Sauna bleibt im Sommer geschlossen, heißt es nach einer Sitzung des Gemeindevorstandes unter Beisein von TVB-Obfrau Bettina Geisl und Geschäftsführer Armin Kuen. Die Abstimmung erfolgte einstimmig, zudem stehen alle Aufsichtsräte des Tourismusverbandes hinter diesem Beschluss.

„Die Corona-Pandemie wird uns noch länger im Griff haben, und so ist nicht davon auszugehen, dass die verordnete Kontaktvermeidung demnächst aufgehoben wird. Ein Hallenbad kann in dieser Situation ein Brandherd zur Verbreitung des Virus sein. Mit dem Lauchsee sind wir in der glücklichen Lage, den Bürgern und Gästen eine Bademöglichkeit bieten zu können, die zugleich viel Platz zur Kontaktvermeidung bietet“, sind sich Bürgermeister Walter Astner und TVB-Geschäftsführer Armin Kuen einig. An Lösungen für Sportpass- und Jahreskartenbesitzer werde bereits gearbeitet.

Die Gemeinde habe sich vorrangig um die Aufrechterhaltung der Grundversorgung ihrer Bürger zu kümmern. Dazu gehören insbesondere Investitionen in das Straßennetz, in die Wasserversorgung, in die Kanalisation und das Klärwerk, in das Feuerwehrwesen, in die Schulen und den Kindergarten, in das Pflegeheim, in den Friedhof, in den Katastrophenschutz und in die Bachverbauungen, meint Astner: „Erst wenn die durch ausreichend finanzielle Mittel sichergestellt sind, kann und darf die Gemeinde Budgetmittel für eine Freizeit-Infrastruktur verwenden.“

Kuen führt das jähe Ende einer bis dahin sehr erfolgreichen Sommersaison ins Treffen und rechnet im heurigen Sommer mit „stark sinkenden Gästezahlen und damit ausbleibenden Einnahmen in Millionenhöhe bei einem jährlichen Budget von 4,1 Millionen Euro“.

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Erfolgsmodell ist das Aubad schon lange keines mehr gewesen: Erwirtschaftete das 1970 vom damaligen Fremdenverkehrsverband Fieberbrunn errichtete Hallenbad Mitte der 90er-Jahre noch einen kleinen Überschuss gegenüber den laufenden Ausgaben, so lag der Abgang in den vergangenen Jahren im Durchschnitt bei rund 260.000 Euro im Jahr – und das ohne Berücksichtigung von nötigen Investitionen. Sowohl das Freizeitverhalten der Einheimischen als auch die Tourismuswirtschaft habe sich stark verändert, sodass im Zeitraum von 1996 bis 2019 die Besucherzahlen im Aubad um fast 50 Prozent gesunken sind, sagen die Betreiber. Seit dem Vorjahr arbeite eine Arbeitsgruppe am Thema „Zukunft Aubad“.


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