Wien kündigte Hilfe für Sportvereine und -verbände an

Von den weitgehenden Corona-Maßnahmen des Bundes sind auch die Wiener Sportvereine und -verbände betroffen. Diesen sicherte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag Unterstützung zu. Unter anderem verzichtet die Stadt auf Pachteinnahmen bei städtischen Anlagen und zahlt gleichzeitig bestehende Förderungen früher aus, um etwaige Liquiditätsengpässe abfedern zu können.

Dem Sport gehe es ähnlich wie der Kultur, sagte Ludwig am Dienstag in einer Pressekonferenz: „In vielen Fällen können keine Einnahmen lukriert werden, die Ausgaben laufen aber weiter.“ Als Beispiel nannte er die Trabrennbahn Freudenau. Obwohl keine Rennen stattfinden, müssten die Pferde trotzdem weitergefüttert und die Infrastruktur gewartet werden. Für viele Vereine würden außerdem Pacht bzw. Mietzahlungen weiterlaufen.

Hier setzt ein Großteil des Hilfspakets der Stadt an. „Wir verzichten bei 154 Sportanlagen auf Pachteinnahmen“, sagte der Bürgermeister. Konkret werden die Vorschreibungen rückwirkend ab Mitte März, dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen, bis auf weiteres ausgesetzt. Sportvereine, die in städtischen Turnsälen trainieren bzw. spielen, bekommen den Jahreszins anteilig zurückbezahlt - für jenen Zeitraum, in dem die Nutzung nicht möglich ist. Gleichzeitig wird die Frist für die Anmeldung zur Turn- und Sportsaalnutzung für die Saison 2020/21 bis Anfang Juni verlängert.

Die drei Förderschienen der Stadt - Sportförderungsbeitrag, Fachverbandsförderung und Projektfonds - im Umfang von 2,5 Mio. Euro würden in voller Höhe zur Auszahlung gelangen, versprach Ludwig. Normalerweise wird das Geld schrittweise bis Ende Mai überwiesen. Zur Abfederung von Liquiditätsengpässen bei Vereinen und Verbänden soll dies nun früher erfolgen. Zudem soll am Donnerstag, in der nächsten Sitzung des Stadtsenats, über zusätzliche Fördermaßnahmen entschieden werden. Details dazu nannte der Bürgermeister noch nicht.

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Was die Möglichkeit von „Geisterspielen“ in Wien anbelangt, meinte Ludwig, dass es gerade bei bundesländerübergreifenden Meisterschaften eine österreichweite Regelung seitens der Bundesregierung geben müsse. Es gehe um zwei Entscheidungen: Einerseits, ob sportliche Wettbewerbe in naher Zukunft überhaupt stattfinden können und wenn ja, ob diese mit Publikum stattfinden können bzw. in welcher Form. Der Stadtchef selbst meinte, dass Geisterspiele sicher besser wären als gar keine Turniere und Meisterschaften. Aber das sei eben Sache des Bundes.


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