Erste Flüchtlingskinder kommen nach Luxemburg

Griechenland hat das Verfahren zur Ausreise minderjähriger Flüchtlinge in andere EU-Staaten in die Wege geleitet. Es handelt sich um zwölf unbegleitete Minderjährige, die nach Luxemburg gebracht werden sollen. Dies solle in den kommenden Tagen geschehen, teilte das Büro des stellvertretenden griechischen Migrationsministers Giorgos Koumoutsakos am Dienstag mit.

„Das wurde in einem Telefonat heute mit dem luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn vereinbart“, hieß es in der schriftlichen Erklärung. „Das ist ein positives Beispiel auch für andere EU-Staaten, die den Wunsch geäußert haben, Minderjährige aufzunehmen“, erklärte Koumoutsakos. Die Reise wird in Kooperation mit dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stattfinden, hieß es. Aus welchen Flüchtlingseinrichtungen die Kinder geholt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Zahlreiche humanitäre Organisationen und Politiker hatten in den vergangenen Tagen wiederholt die Ausreise unbegleiteter Minderjähriger aus den griechischen Camps gefordert. Dies sei vor allem jetzt in Zeiten der Corona-Krise notwendig, hieß es. In den griechischen Camps harren unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen mehr als 100.000 Personen aus.

Die Regierung in Athen nahm indes nach internationaler Kritik ihre Entscheidung zurück, Asylanträge von Migranten, die nach dem 1. März illegal aus der Türkei nach Griechenland gekommen sind, nicht anzunehmen. Wie das Migrationsministerium in Athen am Dienstag mitteilte, können diese Menschen nun doch Asylanträge stellen. Jeder Fall werde bearbeitet.

„Wer keinen Anspruch auf Schutz hat, wird umgehend zurück in sein Herkunftsland geschickt“, hieß es in der Erklärung des Ministeriums weiter. Solange die Asylanträge in Bearbeitung seien, müssten die Menschen in Lagern bleiben, teilte das Migrationsministerium weiter mit. Freiwillige Rückkehrer sollen 2.000 Euro erhalten, hieß es.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Flüchtlinge und andere Migranten offen. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg, um aus der Türkei nach Griechenland und somit in die EU zu gelangen. Griechenland ließ sie jedoch nicht passieren.

Knapp 1.900 Menschen, die es schafften, nach Griechenland zu kommen, wurden in zwei Lager bei Malakasa nahe Athen und Sintiki nahe Thessaloniki untergebracht. Athen hatte als Reaktion im März die Bearbeitung aller Asylanträge für einen Monat ausgesetzt. Dies hatten humanitäre und Menschenrechtsorganisationen kritisiert.


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