Desinfektionsmittel statt Schnaps: Außerferner meistern Krise kreativ

Im Lechtal werden jetzt Desinfektionsmittel produziert – aus der Region für die Region.

Neues Aufgabenfeld: Stefan Wildanger (l.) und Mario Huber beim Abfüllen neuer Desinfektionsmittel (nicht im Bild Andreas Osler).
© Haussegen

Von Simone Tschol

Außerfern – „Gerade in solchen herausfordernden Tagen gilt es nach vorne zu schauen, trotz des notwendigen Abstandes zusammenzurücken und mit regional vorhandenen Ressourcen Engpässe zu überbrücken“, meint Stefan Wildanger, Inhaber der Lechmed Kräuterwelt in Hägerau.

Getreu der Philosophie seines Unternehmens „Im eigenen Tun liegt die erste Kraft der Gesundheit“ machen er und Mario Huber (Haussegen Edelbrände) in Elbigenalp sowie Andreas Osler (Weisshaus Shop) nun gemeinsame Sache. „Wir haben mit der Produktion eines zugelassenen Desinfektionsmittels nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation begonnen. Und was soll ich sagen, es hat uns fast ein wenig überrannt“, meint Wildanger. Haussegen besorgt den Alkohol (Hauptbestandteil des Desinfektionsmittels), die Kräuterwelt steuert Glycerin und Wasserstoffperoxid bei und der Weisshaus Shop fungiert als Logistikpartner.

„Wir wollen nicht unser Geschäft verlagern, sondern unkompliziert helfen“, meint Wildanger. Das im Lechtal produzierte Desinfektionsmittel ist im Übrigen ausschließlich für die Region vorgesehen. Wildanger: „Es ist ja kaum eins herzukriegen, Ärzte, Firmen, alle brauchen eins und kriegen keins. Also helfen wir uns selbst.“

Dabei sei es gar nicht so einfach gewesen, die Zulassung zu bekommen. Und auch jetzt in der Produktion gilt es einige Hürden zu meistern. „Es sind derzeit kaum Flaschen oder Kanister zu bekommen. Da gibt es teils Lieferengpässe und Wartezeiten von vier bis acht Wochen. Bei Plastikflaschen sogar bis zu 15 Wochen“, beschreibt Wildanger das Problem.

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Seit dieser Woche brummt der Laden. 1000 Behälter werden pro Woche abgefüllt. Seit Montag werden Flaschen zu 100 ml mit Zerstäuber sowie größere Gebinde zu 5 Liter angeboten.

Präferenzen seien keine spürbar. „Da gibt es Bestellungen von zehn kleinen Flaschen und fünf Kanistern. Die Leute kaufen nun auch auf Vorrat“, weiß Wildanger.

Das in Elbigenalp hergestellte Desinfektionsmittel findet überall Verwendung. „Wir haben absichtlich kein Aloe Vera oder irgendwelche ätherischen Öle beigemischt. So kann das Desinfektionsmittel sowohl für die Hände als auch für Oberflächen verwendet werden. Wer also Bedarf hat, wir helfen gerne.“

Die Flasche mit Zerstäuber, 100 ml, ist zum Preis von 7,95 erhältlich, das Gebinde zu 5 Liter für 91,90. Bestellungen werden unter info@lechmed.at oder Tel. 0676/9263915, bei Haussegen Edelbrände in Elbigenalp (0676/3443422) sowie im Weisshaus Shop in Pinswang (www.weisshaus.at, 05677/531559) entgegengenommen.


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