Mehrere Tote bei Stammeskonflikt im Osten Afghanistans

Bei einem Stammeskonflikt über ein Stück Land sind im Osten Afghanistans mindestens sechs Menschen gestorben. Die mehrstündigen Kämpfe in der Provinz Nangarhar mit bis zu 20 weiteren Verletzten seien am Mittwoch durch Schlichtungsbemühungen vorübergehend unterbrochen worden, sagten mehrere Provinzpolitiker übereinstimmend. Die Waffenruhe zwischen den Stämmen gelte aber nur für wenige Tage.

Nach Angaben der Provinzpolitiker hätten die Familien nun Zeit, die Leichen zu begraben. Die Konfliktparteien seien zudem aufgerufen worden, die Kämpfe wegen der Corona-Krise und kurz vor Beginn des Fastenmonats Ramadan für einen Monat einzustellen. Für eine dauerhafte Lösung müsse der Konflikt durch eine traditionelle Jirga ohne jegliche Einmischung der Regierung gelöst werden.

Sogenannte Jirgas werden in Stammesstrukturen zur Lösung lokaler Konflikte einberufen. In einem Ältestenrat werden so gewöhnlich Streitigkeiten mit Hilfe eines Mediators geschlichtet.

Auch große Ratsversammlungen werden in Afghanistan regelmäßig abgehalten, wenn große nationale Fragen geklärt werden sollen. Ergebnisse der beratenden „Loja Jirgas“ sind für die Politik aber nicht bindend.

Die östliche Provinz Nangarhar ist mit ihrem Flachland nahe der Provinzhauptstadt Jalalabad eins der wichtigsten Gebiete für Landwirtschaft in Afghanistan.


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