Direktor Assmann: „Neustart der Museen wäre ein positives Signal“
Der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Peter Assmann, plädiert für eine baldige Wiedereröffnung der Museen – zunächst für Einzelpersonen.
Von Barbara Unterthurner
Innsbruck – Während die Live-Kultur bis mindestens 30. Juni abgesagt wurde, könnten Museen und Galerien einzelne Ausstellungsräume vielleicht schon früher wieder öffnen, meinte Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek in ihrer Online-Sprechstunde am vergangenen Dienstag.
Für eine derartige langsame Lockerung spricht sich auch Peter Assmann, der Direktor der Tiroler Landesmuseen (TLM), aus. „Es wäre ein Signal der Hoffnung, ein Signal der Ablenkung, wenn der Museumsbesuch, wenigstens für Einzelpersonen bald wieder möglich wäre“, meint der im November 2019 von Mantua nach Tirol gewechselte Museumschef im Gespräch mit der TT. In den fünf Häusern der TLM könne besser kontrolliert werden als in einem Supermarkt, wer und wie viele Personen eintreten dürfen, erklärt Assmann. „Jetzt, wo Schulklassen und Touristengruppen eh wegfallen, wäre die Öffnung ein Zeichen für alle Tirolerinnen und Tiroler.“ Auch wenn die Räume offen sind, Veranstaltungen gibt es natürlich keine, bekräftigt der gebürtige Zammer.
Wie auch in anderen Institutionen hat der derzeitige Shutdown Auswirkungen auf das Ausstellungsprogramm. Nicht alle Häuser der TLM stellt das vor größere Probleme: Die im Februar im Zeughaus eröffnete Ausstellung „So fern – so nah. Eine Kulturgeschichte der Telekommunikation“ ist bis Oktober geplant und könnte nach Möglichkeit „einfach wieder aufgesperrt werden“, meint Assmann. Die gleiche Situation ergibt sich im Tirol Panorama bzw. Kaiserjägermuseum – auch hier laufen die Ausstellungen noch bis 2021.
Nicht eröffnet werden konnte hingegen bisher die „Neuerkundung“ zum Thema Tracht im Volkskunstmuseum. Hier läuft die Arbeit noch, in ein paar Wochen könnte aber auch diese Schau aufsperren.
Ähnliches berichtet der Direktor von den geplanten Sammlungspräsentationen im Ferdinandeum. Mit einer Eröffnung der für 15. Mai anberaumten großen Goethe-Ausstellung rechnet Assmann inzwischen für Ende Juni. An seiner ersten eigenen Ausstellung will Assmann in jedem Fall festhalten, als „besonderes“ und „kulturell attraktives Angebot“ für den Sommer. Ein Highlight, das aus der Sicht des Direktors gefeiert gehört: Statt einer klassischen Eröffnung hat Assmann derzeit den 28. August als möglichen Nachholtermin für ein Fest ins Auge gefasst – den Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe, um den sich die Ferdinandeumsschau dreht. Sobald ein Fahrplan für die Öffnung steht, soll die Vorbereitungsphase starten.
Hinter den Kulissen herrscht laut Assmann trotz des Shutdowns reges Treiben. Kurzarbeit ist für die Mitarbeiter der Landesmuseen kein Thema. Hier agiert Assmann aus Überzeugung: „Die Landesmuseen werden zu einem Großteil von öffentlicher Hand finanziert, da wäre es falsch, sich in dieser Situation an anderer Stelle weiteres Geld zu holen“, sagt der TLM-Chef. Man wolle die Situation auch im Sinne der Mitarbeiter intern lösen.
Bis zu einer möglichen Öffnung bleiben die Landesmuseen also weiter nur auf virtuellen Wegen betretbar: Inzwischen gibt es täglich News via Social Media. „Keine hochqualitativen Videos“, gesteht Assmann ein, „aber ein spontanes Zeichen, dass es uns noch gibt.“
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