Land hält am 30 Mio. Euro schweren Umbau des Museums fest

Hunderte Landesmillionen fließen in die Corona-Akuthilfe. Die groß angelegte Umgestaltung des Ferdinandeums soll aber kommen.

Die Fassade des Ferdinandeums wurde künstlerisch behübscht. Die große Neugestaltung soll folgen. Deren Start und Ende bleiben offen.
© Foto Rudy De Moor

Von Markus Schramek

Innsbruck – Die Pläne sind ehrgeizig, die Kosten dementsprechend ansehnlich: 30 Millionen Euro sollen nach letzten Berechnungen in den Aus- und Umbau des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum gesteckt werden. Ein attraktives Haus der Kunst ist das Ziel, mit markanter baulicher Veränderung und einer Sky-Bar auf dem Dach. Das alles sollte eigentlich rechtzeitig zu Beginn des Jahres 2023 fertig sein, denn da wird das Museum 200 Jahre alt.

Dieser Termin ist kaum zu halten, denn immer noch ist die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb ausständig. Im Sommer soll sie erfolgen. Doch hinter jeder Zeitangabe, so sie die Zukunft betrifft, steht in Zeiten von Corona ein Fragezeichen.

Inzwischen sind Zweifel daran aufgetaucht, ob das Land die nötigen Millionen für das Projekt „Ferdinandeum neu“ überhaupt noch stemmen kann. Schließlich gibt es in den kommenden Monaten, wenn nicht Jahren, ganz unbestritten gänzlich andere Prioritäten. Das Land Tirol muss Hunderte Millionen Euro aufwenden, um die Folgen von Corona für die heimische Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes wenigstens einigermaßen abzufedern.

Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) gesteht offen ein, dass das Thema Landesmuseum aufgrund der vordringlichen Krisenbewältigung in der Regierung in letzter Zeit nicht mehr explizit besprochen worden sei. Die Kulturreferentin lässt aber durchblicken, dass sie am Museumsumbau festhalten möchte.

Palfraders Argumentation, die sich im Übrigen mit jener von Museumsdirektor Peter Assmann deckt: „Bauaufträge der öffentlichen Hand beleben die Konjunktur, das wird in der Zeit nach Corona ganz wichtig sein.“

Eine Anfrage bei Landeshauptmann und Finanzreferent Günther Platter (ÖVP) ergab ein allgemein gehaltenes Bekenntnis zum Museums­projekt, jedoch ohne konkrete Zahlen oder Termine.

„Sobald – nach Abstimmung mit den eingebundenen Projektpartnern – alle relevanten Zahlen vorliegen, steht einer zeitgerechten Umsetzung nichts mehr im Weg“, heißt es in einer Mitteilung des Landespressedienstes. Und weiter: Der Fahrplan für die Sanierung und den Umbau des Museums sei grundsätzlich weiter intakt. Auch in der Zeit nach Corona müssten Arbeitsplätze für die Tiroler Bevölkerung und im Sinne der Tiroler Wirtschaft geschaffen und gesichert werden.


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