Tiroler Autohandel fühlt sich ausgebremst

Nach dem Möbel- übt auch der Autohandel Kritik an der Regelung, dass die Schauräume erst im Mai öffnen dürfen.

Tirols Autohandels-Gremialobmann Dieter Unterberger.
© Verein IAT

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Ab kommendem Dienstag dürfen Handelsgeschäfte bis 400 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie alle Garten- und Baumärkte öffnen, wenn im Kampf gegen die Corona-Pandemie die entsprechenden Sicherheitsund Hygieneregeln eingehalten werden. In dieser ersten Runde des Hochfahrens im Handel nicht dabei ist der Autohandel, beklagt Tirols Gremialobmann Dieter Unterberger.

So gut und entscheidungsfreudig die Bundesregierung sonst in der Corona-Krise arbeite und der Wirtschaft mit verschiedenen Hilfen bis hin zum Kurzarbeits-Modell durch diese schwierige Zeit helfe, so unverständlich sei die weitere Sperre. Gerade im Autohandel habe man sehr große Verkaufsflächen und eine nur sehr geringe Kundenfrequenz, womit die Abstandsregeln leicht einzuhalten wären, sagt Unterberger. Gerade jetzt im Frühjahr habe man die stärksten Auto-Verkaufsmonate. Im Vorjahr wurden über 30.000 Neuwagen in Tirol verkauft, heuer drohen kräftige Rückgänge. „Wir arbeiten alle im Überlebens-Modus.“ Bisher leider verboten sei selbst die kontaktlose Zustellung eines „natürlich desinfizierten“ Neuwagens.

Im Gegensatz zu Bereichen wie Pflanzen oder Mode, wo es Zuschüsse zu Fixkosten gebe, wenn aus saisonalen Gründen hohe Wertverluste anfallen, gehe der Autohandel hier leer aus. Dabei seien die realen Wertverluste bei einem Fuhrpark in der Summe sehr hoch, so Unterberger.

In der Zeit der Vollquarantäne in Tirol sei das Geschäft praktisch zum Erliegen gekommen, obwohl die Werkstätten zumindest Notfälle sehr wohl abarbeiten duften. Durch die Lockerung sei die Nachfrage hier jetzt deutlich höher, auch wenn vorerst nicht genau geregelt sei, ob Kunden tatsächlich etwa zum Service, Pickerl-Termin oder Reifenwechsel hinfahren dürfen.


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