Fünf Millionen Euro für Innovationen bei Schutzkleidung

Mit fünf Millionen Euro will die Bundesregierung die Entwicklung und Produktion von Schutzbekleidung unterstützen, die durch die Corona-Krise zur Mangelware geworden ist. Die für Forschung zuständigen Ministerinnen Leonore Gewessler (Infrastruktur, Grüne) und Margarete Schramböck (Wirtschaft, ÖVP) kündigten am Donnerstag eine neue Ausschreibung über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG an.

Bis 11. Mai können entsprechende Projekte eingereicht werden. Das Ziel sei es, mit der neuen Förderrunde, die seitens des Infrastrukturministeriums finanziert wird, „die Produktion von notwendigen medizinischen Gütern im Land zu halten und auch ein Stück weit ins Land zu holen“, so Gewessler im Rahmen einer Pressekonferenz.

Mit den nun zur Verfügung festgestellten Mitteln trage man dem „großen Bedarf“ im Bereich der Forschungscommunity und bei innovativen heimischen Unternehmen Rechnung. Gefördert werden „Fertigungsstrategien für medizinische Hilfsgüter“. Darunter fallen etwa Schutzbekleidung, Masken, Beatmungsgeräte oder Oberflächenbeschichtungen, die es zur Zeit verstärkt im Medizin und Pflegebereich braucht, so die Ministerin.

An Ideen seitens der Forscher und Firmen mangle es nicht. Unternehmen sollen etwa nach dem Motto „Schutzanzüge statt Strümpfe“ umsatteln, denn die Entwicklungen sollen letztendlich auch Arbeitsplätze sichern. Angesichts des umkämpften Weltmarktes für derartige Produkte wolle man „mehr Autarkie“ erreichen, sagte Wirtschaftsministerin Schramböck, die u.a. auch auf bereits gestartete Initiativen im Bereich der Pharmaindustrie verwies.

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Bei dem laut Gewessler mit sofortiger Wirkung gestarteten Förderprogramm handelt sich um die dritte Phase des Corona-“Emergency Calls“. Diese Phase schließt an die mit einer Million Euro dotierte erste Förderrunde und die 22 Mio. Euro schwere zweite Runde an, in die auch das Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium eingebunden waren.

Schramböck betonte indes, dass Forschung und Entwicklung in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen helfen, die rasche inländische Produktion aufzubauen und nannte Günter Grabher von der Plattform „Smart Textiles Austria“ als ein Beispiel, wie auch ein Projekt der Grazer TU und den Landeskrankenhäusern in Graz, das einen Augenschutz, der per 3D-Printer herstellbar ist, entwickelt hat. „Da folgt jetzt der Schritt in die industrielle Produktion“, sagte Schramböck, erst mit 10.000 und dann mit 100.000 Stück pro Woche.

Ein zweites Projekt zur Reinigung von Masken und Schutzanzügen unter anderem mit Beteiligung des Altkleidersammlungs-Anbieters Saubermacher und der TU Graz schafft ein Volumen von 37.000 Masken und 10.000 Einweganzügen pro Tag. Drittens nannte die Wirtschaftsministerin „frugale Innovation“ als einen Weg, der ressourcen-und umweltschonend sei und der von einer ebenfalls in der Steiermark angesiedelten Industrietaskforce gegangen werde.

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) wird indessen 236.900 Schutzmasken für die Ärzteschaft und andere Gesundheitsberufe über einen festgelegten Schlüssel auf die Vertragspartner in den Bundesländern verteilen. Die am Weltmarkt stark umkämpften Produkte der FFP2-Klasse bekamen, nachdem deren Qualität sichergestellt wurde, eine Zusatz-Zertifizierung durch das Gesundheitsministerium.


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