Aus für den Alpenblumengarten in Höfen

Bergwacht kann botanisches Kleinod nicht erhalten – Geld und Mitarbeiter fehlen.

Lässt man das Edelweiß außen vor, gibt es wohl kaum eine Pflanze, die in den kargen Höhen so präsent ist wie die Alpenrose. (Symbolfoto)
© Wikipedia/Bendel

Von Simone Tschol

Höfen – 1976 von einer kleinen Gruppe von Idealisten der Bergwacht Ortsstelle Reutte gegründet, hat sich der Alpenblumengarten am Hahnenkamm in Höfen zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Nicht zuletzt deshalb, weil die zirka eineinhalb Hektar große Anlage zu Fuß in nur wenigen Minuten ab der Bergstation der Hahnenkammbahn erreichbar war.

Aber jetzt ist damit Schluss. „Den Alpenblumengarten am Hahnenkamm wird es nicht mehr geben“, bestätigt Albert Kerber, Bezirksleiter der Außerferner Bergwacht, im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Die Gründe dafür seien vielfältig. Kerber: „Wir hatten über die Jahre hinweg viele Pensionisten, die sich mit viel Einsatz darum gekümmert haben. Aber heute haben Pensionisten zum einen ganz andere Hobbys, zum anderen können wir ihnen nicht unser Einsatzfahrzeug den ganzen Tag zur Verfügung stellen. Es ist unmöglich, dass da oben täglich jemand ist.“

Dies sei aber Grundvoraussetzung für die Pflege des Alpenblumengartens, denn die Pflanzen – vom Edelweiß über Alpenrosen, verschiedene Veilchen bis hin zum Enzian – brauchen sehr viel Pflege. „Die meisten Leute wissen das nicht. Die meinen, nur weil es Alpenblumen sind, wachsen die dort alle natürlich. Aber dem ist natürlich nicht so. Jede Pflanze braucht ihren ganz bestimmten Boden, um zu gedeihen und sich in voller Pracht entfalten zu können. Die einen brauchen Humus, die anderen Lehm, wieder andere Kalkgestein.“

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Erschwert wurde die Betreuung des Alpenblumengartens auch durch die Schließung der alten Bergstation. Kerber: „Da war unsere Wasserpumpe drin. Wir könnten natürlich das Wasser auch sammeln, aber das geht nicht. Das wäre ein finanziell nicht zu bewältigender Kraftakt. Schon der Pflanzenkauf verschlingt Unsummen.“

Wie Kerber berichtet, sei die Bergwacht auch bereits an die Gemeinde und den TVB herangetreten, ob sie den Alpenblumengarten nicht weiterbetreiben wollen. Aber auch dort habe sich die Begeisterung in Grenzen gehalten.

„Wir hätten schon jemanden gehabt, der das gemacht hätte. Der war Gärtner und hätte auch über das entsprechende Fachwissen verfügt“, meint Kerber. Dieser hätte es auch gerne gemacht, sei aber leider ins Burgenland gezogen.

„Wir würden den Alpenblumengarten natürlich gerne selbst weitermachen, aber uns fehlt dazu auch die fachliche Kompetenz“, so Kerber abschließend.


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