New Yorker Metropolitan Museum wird 150: Pause statt Party

Zum 150. Jahrestag seiner Gründung am Montag (13. April) hatte das New Yorker Metropolitan Museum ein riesiges Programm geplant. Aber dann kam die Coronapandemie, und der österreichische Direktor des Hauses, Max Hollein, musste das Museum am New Yorker Central Park schließen - was auch an seinem Ehrentag so bleibt.

„Die Schließung des Museums war natürlich ein emotionaler Moment für uns“, sagt Max Hollein, seit 2018 Direktor des „Met“. „Als Institution, die im Jahr über sieben Millionen Besucher begrüßt, war uns aber sofort klar, dass wir entschieden reagieren mussten, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und der Öffentlichkeit zu gewährleisten, und unseren Beitrag zu leisten, die Verbreitung des Virus zu minimieren. Dass dies in unserem Jubiläumsjahr passiert, ist schade, aber nicht zu ändern.“ Die Veranstaltungen sollen nachgeholt, die Jubiläumsausstellungen verschoben werden. Die Kunst bleibt soweit wie möglich online zu sehen.

Das Met war das erste große New Yorker Museum, das Anfang März, als die Infektionszahlen auch in der Millionenmetropole New York immer weiter nach oben schnellten, seine Türen schloss. Das sei auch aus dem Bewusstsein heraus geschehen, dass das Met eine Führungsposition innerhalb der Museumswelt habe, sagt Hollein. „So wird es auch bei der Wiedereröffnung sein. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir wohl vor Juli nicht öffnen. Und selbst dann werden es veränderte Verhältnisse sein.“

Gegründet wurde das Met 1870 mit „einigen Menschen, einer Idee, aber keiner Kunst - und noch nicht einmal einem Gebäude“. Eine Gruppe von Amerikanern unter Leitung des Rechtsanwalts John Jay hatte sich in Paris inspirieren lassen und wollte für ihre Heimat ein Museum für Kunst und Bildung schaffen. 1880 eröffnete das Met dann am heutigen Standort im Central Park in Manhattan und erweiterte seine Sammlung über die Jahrzehnte immer weiter.

Inzwischen hat das Museum mehr als 2.000 Mitarbeiter, rund 1,5 Millionen Ausstellungsobjekte aus den vergangenen 2000 Jahren - von der Antike bis zur Moderne - und wird von mehr als sieben Millionen Menschen pro Jahr besucht. Neben dem Haupthaus gibt es zwei Außenposten: „The Cloisters“, aus Europa importierte Kreuzgänge und Kapellen mit mittelalterlicher Kunst im Norden Manhattans, und das „Met Breuer“, wo das Met im Gebäude des früheren Whitney-Museums seit 2016 moderne Kunst zeigt. Dieses Gastspiel war immer wieder als zu teuer kritisiert worden und sollte mit einer großen Schau über den deutschen Künstler Gerhard Richter in diesem Jahr vorzeitig beendet werden. Die Richter-Ausstellung musste allerdings wenige Tage nach der Eröffnung wegen der Coronakrise schon wieder schließen.

„Im Met geht es um gemeinschaftliches kulturelles Erbe“, sagt Direktor Hollein. „Ich glaube, gerade in einer Zeit aufkommenden Nationalismus liegt die Beliebtheit des Met darin begründet, dass es zeigt, dass es nicht nur eine Perspektive, eine lineare Erzählung von Geschichte und kultureller Entwicklung gibt.“ Hollein und sein Team prognostizieren, dass die Corona-Krise das Museum, das sich nach finanziell schwierigen Jahren gerade wieder einigermaßen erholt hatte, rund 100 Millionen Dollar und möglicherweise auch einige Jobs kosten wird. Aber das Museum werde es schaffen, sagt Hollein. „Das Met hat durch seinen Kapitalstock eine solide finanzielle Basis, und wir werden durch einen Notfallfonds, den wir gerade einrichten, dieser Krise trotzen können.“


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