Osterappell aus Jerusalem: Niemand kann sich selbst retten

Jerusalems katholischer Erzbischof Pierbattista Pizzaballa laut Kathpress zu einem neuen Blick auf die Gesellschaft aufgerufen. „‘Niemand kann sich selbst retten‘ ist nicht nur der Refrain dieser Tage, sondern die Wahrheit der Existenz“, sagte der Leiter des Lateinischen Patriarchats in seiner Osternachtspredigt. Die Feier in der Grabeskirche fand wegen der Corona-Krise in kleinstem Kreis statt.

Die Osternacht wird in der Grabeskirche jeweils schon am Samstag in der Früh gefeiert. Das geht zurück auf den sogenannten Status quo; in diesem Regelwerk aus dem 19. Jahrhundert ist der Gebetsplan der an der Kirche ansässigen sechs christlichen Konfessionen festgeschrieben. Es dürfte sich deshalb jedes Jahr um die erste Ostermesse weltweit handeln. Der Patriarchatsleiter zog bei starkem Regen und ungewöhnlich kühlen Temperaturen mit nur drei weiteren Geistlichen in die Grabeskirche ein, um mit wenigen in dem Gotteshaus lebenden Ordensleuten die Ostervigil zu feiern. Die Feier wurde im Internet live übertragen.

In seiner Predigt rief Pizzaballa dazu auf, nicht allzu schnell dem Gefühl der Leere und des Vakuums dieser Heiligen Woche unter dem Eindruck des Coronavirus zu entfliehen. „So seltsam es auch scheinen mag: Die Erfahrung, die wir in diesen Tagen machen, kommt der Ostererfahrung und dem so ehrwürdigen und immer mächtigen Zeichen des Heiligen Grabes Christi am nächsten“, so der aus Italien stammende Erzbischof. Die Pandemie habe Gewohnheiten und Sicherheiten genommen, „uns mit Angst, Verwirrung und Fassungslosigkeit erfüllt und uns das Gefühl der Verlorenheit gegeben“. Dies sei sehr nah an dem Gefühl des Schmerzes und der Stille, den die Menschen um Jesus am ersten Ostern durchgemacht haben.


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