Mali kündigt Millionen-Hilfspaket für Corona-Betroffene an

Die Regierung von Mali hat ein Hilfspaket in Millionenhöhe auf den Weg gebracht, um wegen der Corona-Krise in Not geratene Bürger und Unternehmen zu unterstützen. Präsident Ibrahim Boubacar Keita sagte am Freitag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede, seine Regierung habe 500 Billionen CFA-Francs (760 Millionen Euro) freigegeben.

In dem westafrikanischen Land wurden bisher 87 Coronavirus-Infektionen gemeldet, sieben Menschen starben.

Keita betonte, dass die Wirtschaft Malis bereits unter dem jahrelangen Konflikt mit islamistischen Aufständischen leide. Wegen der Corona-Krise stehe der Wirtschaft ein weiterer Schock bevor. „Die Regierung Malis ist bereit, das größte Opfer zu bringen, um die negativen Auswirkungen der Pandemie auf unsere Wirtschaft und Gesellschaft abzufedern“, sagte der Präsident.

Die Regierungsmitglieder seien sich der „Notwendigkeit der Solidarität“ in der Krise bewusst, sagte Keita. Alle Minister würden deshalb für einen Monat auf ihre Gehälter verzichten, er selbst für drei Monate.

Keita kündigte Staatshilfen für private Haushalte bei der Energie- und Lebensmittelversorgung an. Von der Krise betroffenen Unternehmen würden Steuerrabatte gewährt. Auch habe die Regierung im Rahmen des Programms „ein Malier, eine Maske“ 20 Millionen Atemschutzmasken bestellt.

Die Regierung erwäge eine Abriegelung der Hauptstadt Bamako, sagte Keita weiter. Die meisten der bisherigen Infektionsfälle wurden in der Millionen-Metropole gemeldet. Für das ganze Land gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre, zudem wurden alle Schulen geschlossen.

Am zweiten Wahlgang der Parlamentswahl am 19. April will die Regierung trotz der Pandemie festhalten. Regulär hätte die Wahl bereits 2018 stattfinden sollen. Wegen Sicherheitsbedenken wurde die Abstimmung jedoch mehrfach verschoben. Seit islamistische Gruppen 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen hatten, kommt Mali nicht zur Ruhe. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrschen aber weiter Instabilität und Gewalt.


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