Ein Verfahren gegen Blatter vor teilweiser Einstellung

Die Schweizer Bundesanwaltschaft steht vor der Einstellung eines der beiden Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter. Dabei geht es um den Verkauf von Fernsehrechten an die Karibische Fußballunion (CFU). Dies hat die Behörde den Betroffenen mitgeteilt.

Die Bundesanwaltschaft hält ihre Strafuntersuchung in dem Teilbereich für abgeschlossen und beabsichtigt, das Verfahren einzustellen, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Samstag bestätigte. Zuvor hatten die Zeitungen „Le Monde“ und „Süddeutsche Zeitung“ über die mögliche Einstellung berichtet.

Der 84-jährige Schweizer Blatter, der den Weltfußballverband (FIFA) bis 2015 geleitet hatte und von der FIFA-Ethikkommission für sechs Jahre gesperrt worden ist, soll demnach im Verfahren um zu billig verkaufte TV-Rechte nicht weiter strafrechtlich verfolgt werden. Blatter wurde vorgeworfen, er habe der CFU Fernsehrechte zu Preisen zugeschanzt, die unter dem Marktwert gelegen hätten. Es bestand der Verdacht auf unfaires Management und Vertrauensbruch.

An der Spitze der CFU stand damals Jack Warner aus Trinidad, der von der FIFA auf Lebenszeit ausgeschlossen worden war und von der US-Justiz wegen Korruption angeklagt worden war. Blatter sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, er habe das Dokument über die teilweise Einstellung des Verfahrens noch nicht persönlich erhalten.

In einem zweiten Strafverfahren wird dem ehemaligen FIFA-Chef vorgeworfen, im Februar 2011 eine umstrittene Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an den damaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini veranlasst zu haben. Die Ermittlungen in diesem Fall sind von der möglichen Einstellung nicht betroffen, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

„Sobald auch der Fall Platini abgeschlossen ist, werde ich bei der FIFA einen Antrag auf Rehabilitierung stellen, da meine Suspendierung durch die FIFA-Ethikkommission aufgrund von Vorwürfen der Schweizer Justiz erfolgt ist“, sagte Blatter.


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